12. August 2009

A-Scheinkurs Greifenburg

Nachdem ich im Juni meinen ersten Flug gemacht hatte, war ich Feuer und Flamme und nutzte jede Gelegenheit für einen Flug unter Kai's Anleitung. Leider kamen wetterbedingt nicht so viele Flüge zusammen und auch kein einziger Start mit 100m Höhendifferenz. Also war für Greifenburg ein straffes Programm angesagt, um die 40 Höhenflüge für die A-Scheinprüfung zusammen zu bekommen.

Freitag 31. Juli 2009
Gegen 12 Uhr fahren Wolfgang und ich mit 2 Gleitschirmen im Gepäck in Richtung Greifenburg. Natürlich ist wegen Ferienbeginn viel Verkehr und wir geraten von einem Stau in den anderen. Der Tauerntunnel konnte nur in Blockabfertigung befahren werden und so gehen wir auf die Ausweichstrecke Felbertauern. Gegen 21:30 kommen wir endlich im Hotel Post an und kurz darauf treffen wir Kai und andere Teilnehmer im Fliegercamp. Glücklicherweise gibt es auch etwas zu Essen und nach Bieren fallen wir ins Bett, morgen geht es um 7:30 Uhr los.

Samstag 01. August 2009
Ich stehe pünktlich um 7:30 Uhr an der Rezeption des Campingplatz und lerne weitere Teilnehmer des A-Schein Kurses bei Kai kennen. Zunächst müssen wir einige Formalitäten erledigen und dann geht es endlich an den Landeplatz. Hier erklärt Kai die unterschiedlichen Landevolten für die verschiedenen Windrichtungen.
Landevolten
Landevoltenerklärung

Danach fahren wir mit Taxibussen an den Startplatz Wiesfleckerl. Da oben werden uns die Knie doch etwas weich, denn der Landeplatz liegt gaaaaaanz weit unten. Martin unser österreichischer Fluglehrer am Startplatz ist ein ganz Ruhiger und macht erstmal die Einweisung. Das beruhigt dann sehr.
Landeplatzblick
Landeplatzblick

Startplatz Wiesfleckerl
Startplatz Wiesfleckerl

Die Ersten sind schnell dabei und bald ist die Wiese mit bunten Schirmen bedeckt. Vor jedem Start kontrolliert Martin das Gurtzeug und die Leinen und ab geht es. Schon bald bin ich dran und ich habe weiche Knie. Martin kontrolliert und dann habe ich Startfreigabe. Schirm aufziehen, Kontrolle, Laufen und dann fliege ich. Ein irres Gefühl endlich richtig Luft unter mir zu haben. Kai übernimmt per Funk den Flug und die Landeeinweisung. Ich flige über das Restaurant zur Position an der Beachflag und drehe meine Kreise bis Kai mich in den Gegenanflug schickt. Im Queranflug raus aus der Sitzposition und im Endanflug leicht Anbremseen und schon stehe ich perfekt auf der Landewiese: Endorphine pur. Wenn ich es vorher noch nicht gewußt habe, jetzt ist klar, Fliegen ist das Größte! Wolfgang steht am Platz und freut sich mit mir und auch Hans-Jürgen gratuliert zum ersten Höhenflug.
Landung nach erstem Höhenflug
Landung nach erstem Höhenflug

Der Vormittag vergeht wortwörtlich wie im Flug. Mittags haben wir eine eine längere Pause, denn Thermik ist für uns Anfänger noch nicht zu Fliegen. Leider habe ich meine Schwimmsachen im Hotel, eine Abkühlung im See wäre das Richtige gewesen. Morgen nehm ich die aber mit!
Am Nachmittag treffen wir uns auf dem Zeltplatz, um den Beschleuniger einzubauen. In kleinen Gruppen hantieren wir mit Gurtzeug und Leinen und werden von Kai und Martin kontrolliert. Anschließend markieren wir noch die äußeren A-Leinen. Diese müssen zum Manöver "Einklapper" gezogen werden und die Markierung erleichtert die Orientierung in der Luft.
Beschleuniger einbauen
Uli, Jan und Sebastian beim Einbau des Beschleunigers

Markierung äussere A-Leinen
Markierung der äusseren A-Leinen

Im Anschluß geht es zum Wiesfleckerl hoch. Leider haben wir Rückenwind und können nicht mehr starten. Drum geht es mit den Taxibussen wieder runter.
Abends bin ich völlig erledigt und wir essen nur eine Kleinigkeit am Campingplatz bevor ich ins Bett falle.

Sonntag 02. August 2009
Heute geht es um 6:30 Uhr am Badeseeeingang los. Mit 4 Bussen geht es zum Wiefleckerl, wo es mit 30 Fliegern schon etwas eng wird. Erst nach einigen Flügen entspannt sich die Lage etwas, weil sich die Gruppe auf Startplatz, Landeplatz und Busse verteilt. Wolfgang kommt gegen 9 mit geschmierten Brötchen zum Landeplatz und betätigt sich dann als Fotograf, er will erst am Mittag vom hohen Startplatz Emberger Alm fliegen.
Aufziehen
Schirm aufziehen

Anbremsen
Schirm anbremsen

Fliegen
Fliegen

Jetzt fliegen wir zum ersten mal eine Acht auf dem Weg zum Landeplatz, was auch Teil der Prüfung ist.
Mittags setzt die Thermik ein und Wolfgang und ich haben diesmal die Badesachen dabei und gehen zum Badesee. Es ist wirklich sehr heiß und beim Tragen von Gurtzeug und Schirm kommt man ganz schön ins Schwitzen, da tut die Pause im kühlen Naß richtig gut.
Gegen 15:30Uhr treffen wir uns am Simulator. Kai erklärt die Benutzung des Beschleunigers und das Manöver "Ohren anlegen".
Briefing am Flugsimulator
Erklärungen am Simulator


Danach dürfen wir das theoretisch Gelernte auch praktisch anwenden. Leider setzt auch bald wieder der Rückenwind ein und nach 2 Flügen müssen wir Schluß machen. Am Campingplatz gibt es noch ein kurzes Briefing für den nächsten Tag und Andreas macht einen genialen Vorschlag. Damit es am Morgen nicht wieder zu einem Startstau kommt, fahren die Busse gestaffelt. 6:15 Uhr der erste und dann im Abstand von 15 min die weiteren. Eine Liste geht rum und ich trage mich für den ersten Bus ein. Schließlich bekomme ich so oder so kein Frühstück im Hotel.
Abends treffen sich Einige zum Essen beim "Leitner" und natürlich sind die Tageserlebnisse das Thema.

Montag 03. August 2009
Wie verabredet stehe ich um 6:15 vor dem Schwimmbadeingang und sitze kurz darauf mit Martin und 6 weiteren Schülern im ersten Bus. Wir können alle in Ruhe die Schirme auslegen, bevor der nächste Bus anrollt. Das entspannt die Situation ungemein. Heute lernen wir einen "seitlichen Einklapper" mit den äußeren A-Leinen zu provozieren und ich fliege meine erste selbstständige Landeeinteilung. Es ist gar nicht so einfach in der Position die richtige Höhe für den Gegenanflug einzuschätzen. Das Landegelände ist aber so groß, dass es auch kein Problem ist, wenn man sich verschätzt.
Leider ist nach 2 Flügen schon Schluß, denn schlechtes Wetter zieht auf. Wir sehen eine Wolkenmasse über den gegenüberliegenden Berg quellen und später sehen wir auch das Gewitter in einiger Entfernung, also mit den Bussen runter zum Landeplatz und etwas Theorie machen.
Wolken schieben sich über den Kamm
Wolken schieben sich über den Kamm

Schlechtes Wetter kündigt sich an
Gewitter ein Stückchen weiter

Es fängt an zu Regnen und zu Gewittern und so haben wir den Nachmittag zur freien Verfügung. Ein wenig ausruhen und dösen tut mir gut, Fliegen ist ganz schön anstrengend.
Abends gehen wir mit Hans-Jürgen zum "Schober" und treffen dort natürlich auch andere Flieger.

Dienstag 04. August 2009
Heute darf ich ausschlafen und ausnahmsweise im Hotel frühstücken, denn Treffpunkt ist wegen des schlechten Wetters erst um 8:30 Uhr. Da es immer noch wolkig ist und die Nebelschwaden durch das Tal ziehen, sehen wir uns erstmal Lehrfilme zu Start und Landung an. Gegen 10 Uhr reißt der Himmel etwas auf und wir können Starten. Unser heutiges Manöver heißt Rollen, was mir sehr leicht fällt. Am Landeplatz fotografiert Wolfgang meine Fortschritte.
Sol Prymus 3
Hoch in der Luft

Sol Prymus 3
Landevorbereitung

Sol Prymus 3
Perfekte Landung

Leider war es auch schon mit dem einen Start, denn es gibt Föhnwarnung und so heißt es Abbruch. Bei einer nahegelegenen Gipfelwindmeßstation wurden 70 Km/h Windgeschwindigkeit gemessen, aber hier am Lendeplatz merkt man davon nichts. Das zeigt, dass man beim Fliegen immer aufmerksam den Wetterbericht lesen muß, denn von heftigen Winden sollte man nicht überrascht werden.
Am Nachmittag fahren wir nach Steinfeld, um den Landeplatz zu besichtigen. An Fliegen ist nicht zu denken, denn jetzt sind die Föhnwolken auch deutlich am Himmel zu erkennen. Auch ohne Start haben wir viel glernt, denn Wetterkunde ist eines der wichtigsten Dinge beim Gleitschirmfliegen.
Landevolten
Landevolten in Steinfeld

Föhn
Wolkenkunde

Cumulus lenticularis
cumulus lenticularis (Föhnwolke)

Mittwoch 05. August 2009
Heute geht es wieder mit 4 gestaffelten Bussen um 6:15 Uhr auf das Wiesfleckerl rauf. Leider haben wir Pech und müssen lange Warten bis der Rückenwind aufhört. Am Vortag mußte jeder bei Kai einen Zettel mit Manövern abgeben, die er auf den ersten 3 Flügen fliegen will. Ich habe im ersten Flug meinen Beschleuniger, den ich umbauen mußte ausprobiert und dann ging es noch ans "Ohren anlegen", was eine höhere Sinkrate erzeugt. Im zweiten Flug ging es ans freihändige Fliegen mit Beschleuniger an den Brummelhaken aus- und einhängen und das Steuern mit den D-Leinen. Zum Abschluß des Vormittags gab es noch eine 8 auf Zeit, denn in der Prüfung muß dieses Manöver in 35 sec. geflocgen werden. Mit 32 sec. habe ich zwar nicht viel Spielraum, aber es gibt auch keine Pluspunkte für eine schnellere 8.
Warteschlange
Buswarteschlange

Johannes
Johannes unser Drachenpilot

Nachmittags komme ich nur noch zu einem Flug, aber der bringt mich etwas nach oben. Mein erster Kontakt mit Termik. Es ruppelt zwar etwas, aber es ist schon ein geiles gefühl, wenn es etwas aufwärts und nicht nur abwärts geht.
Am Abend beim "Schober" müssenn wir Hartmut etwas beruhigen, denn er hat am nächsten Tag Prüfung. Er ist unheimlich nervös, was eigentlich gar nicht nötig ist, denn er macht seine Sache gut. ich frage mich, ob ich wohl auch noch in dieser Woche Prüfung machen kann, denn ich habe bisher nicht so viele Starts gemacht und so bin ich schon am überlegen, ob ich nicht ein Wochenende in Andelsbuch zur Vervollständigung meiner Ausbildung brauche.

Donnerstag 06. August 2009
Heute fahren wir um 6:45 Uhr nach Steinfeld, denn am Wiesfleckerl machen 6 aus unserer Gruppe Prüfung. Ich treffe noch Jochen und wünsche ihm alles Gute.
Der Startplatz Steinfeld ist beeindruckend, denn er liegt nochmal 200 m höher als das Wiesfleckerl. Aber wir sind alle schon so geübt, dass wir uns schnell an die geänderten Startbedingungen gewöhnen.
Startplatz Steinfeld
Startplatz Steinfeld

Nach meinem ersten Flug treffe och Wolfgang und Thomas, der mal eben fürs Wochenende vorbeigekommen ist am Landeplatz. Beide machen sich auf zur Emberger Alm und ich trainiere weiter mit neuen Manövern wie "Rollen mit angelegten Ohren" und "Nicken. Zwischendurch erhalten wir die Meldung, dass alle Prüflinge bestanden haben und einige kommen auch nach Steinfeld und werden mit großem Hallo begrüßt.
Die Mittagspause verbringe ich alleine am See, ich brauche etwas Ruhe, denn durch die Sonne ist es tierisch heiß und in Steinfeld müssen wir einige Meter mit Gepäck den Berg rauflaufen. Starts und Landungen am Nachmittag klappen ganz gut, aber ich habe immer noch zu wenig Flüge für die Prüfung.
Am Abend feiern wir die bestandenen Prüfungen bei "Leitner" und die ersten reisen schon ab, die Gruppe wird kleiner.
Freitag 09. August 2009
Langsam gewöhne ich mich an das frühe Aufstehen, eigentlich ist es wie zu Hause, wenn ich in die Firma muß. Karla unsere Jüngste mit 16 Jahren und Axel ihr Vater haben heute Prüfung und während wir in Steinfeld die Schirme auslegen, könen wir ihren Prüfungsflug aus der Ferne beobachten. Wir brauchen uns bei ihr keine Sorgen machen, sie steckt die Prüfungssituation sicherlich am Besten von uns allen weg. Schülerin müßte man eben sein.
Am späteren Vormittag kommen die beiden auch vorbei und sind ganz stolz auf die bestandene Prüfung.
Martin
Martin bei der Mittagspause


Am Nachmittag fahren Thomas und Wolfgang mit mir und dem Passat nach Steinfeld und Wolfgang übernimmt einige Auffahrten zum Start, damit ich nicht auf den Bus warten muß. Für den nächsten Tag stehen weiter 10 Prüfungen an, ein wenig traurig bin ich schon, dass mir immer noch einige Starts fehlen. Wolfgang erzählt mir aber, dass er von Kai für den nächsten Tag als Fahrer für mich auserkoren ist. Vielleicht kommen doch noch genügend Starts für die Prüfung zusammen.

Samstag 08. August 2009
Da wir die letzten Tage immer in Steinfeld geflogen sind, machen die heutigen Prüflinge ihre Flüge auch dort. So können wir anderen die Prüfung hautnah miterleben. Zuerst ist die Landung dran. Martin steht zwar mit am Start, aber gibt keine Unterstützung mehr. Alle müssen selbstständig entscheiden, wann der Wind passend ist und sie rausgehen können. Andreas ist auch dabei und ich mache Fotos von ihm. Aber was ist das? Startabbruch!
Es sah alles super aus und wir konnten uns den Abbruch nicht erklären bis er wieder nach oben gestapft ist und erzählt, dass ihm das Vario vom Beim gerutscht war. Tja, das sollte man vor dem Start am Gurtzeug sichern und ich frage mich ausserdem, wozu braucht der Typ jetzt schon ein Vario?
Andreas
Andres beim Sortieren der Leinen

Andreas
Aufziehen

Andreas
Abbruch


Die weiteren Starts der Prüflinge klappen einwandfrei und kurz darauf kann ich auch starten. Das klappt mittlerweile sehr gut und auch der Kontrollblick ist einwandfrei. Allerdings verschätze ich mich bei der Landeeinteilung und muß auf dem Acker hinter der Landewiese landen. Kais Kommentar: Gut, dass Du die 25 € Prüfungsgebühr nicht gezahlt hast. Ich ärgere mich natürlich tierisch, andererseits war es halt kein Prüfungsflug. Nach dem Zusammenpacken erfahre ich, dass auch 3 Prüfungslandungen zu weit waren und daher morgen wiederholt werden müssen, zusammen mit mir. Ich darf also Prüfung machen auch wenn die Flugzahl etwas unter der geforderten Anzahl ist.
Wolfgang fährt mich zum Start, wo mittlerweile Jochen der Prüfer die Starts abnimmt. Ich setze mich auf die Wiese und warte. Da spricht Jochen mich an und meint, dass ich doch morgen Prüfung mache. Ich sage Ja und er macht mir einen super Vorschlag. Damit er morgen nicht mehr an den Startplatz muß, denn bei den Nachprüfungen muß er nur Landungen abnehmen, würde er sich heute schon meinen Start ansehen. Wenn er in Ordnung ist, gilt das schon für die Prüfung, ansonsten hätte er nichts gesehen. Klasse, aber nun werde ich nervös. Ich lege sorfältig den Schirm aus, sortiere die Leinen und warte, bis ich dran bin. Jochen fragt mich nach dem 5-Punktecheck und ich kontrolliere Gurtzeug und Helm, Leinen, Kappe, Luftraum und Wind. Jetzt gilt es, ich ziehe den Schirm auf laufe los und vergesse fast den Kontrollblick. In der Luft denke ich schon, das war's, aber da funkt Jochen: "Na, der Kontrollblick ist ja noch gekommen" und so habe ich den ersten Teil der Prüfung schon in der Tasche. Die Landung klappt jetzt auch und schon sitze ich wieder im Auto zum Startplatz.
Nach 2 weiteren Starts machen wir Mittagspause und leider sehen wir am Horizont dunkle Wolken. Neben mir werden morgen noch Achim, Andreas und Willy zur Prüfung an den Start gehen. Mich beruhigt dies, denn ganz alleine zu starten ist schon sehr komisch. Kai organisiert bereits die Fahrerei, Wolfgang soll die 4 Prüflinge mit Gerätschaft an den Start in Steinfeld fahren und Kai folgt mit einem Tandemfluggast. Für mich ist es richtig beruhigend zu wissen, dass Kai dabei ist, auch wenn er uns nicht helfen darf.
Leider fängt es am Nachmittag noch an zu regnen und so gibt es keine Flug mehr. Hoffentlich klappt das morgen mit der Landeeinteilung...
20090807 Steinfeld
Flugroute in Steinfeld


Abends verabreden wir uns mit Achim und Andreas und natürlich Thomas im "Schober", damit die Prüflinge noch etwas abgelenkt werden. Später wollen wir noch Martin auf dem Dorffest treffen, was aber leider nicht klappt. So komme ich doch recht zeitig zum Schlafen, was ich erstaunlicherweise auch sofort tue.

Sonntag 09. August 2009
Wolfgang und ich fahren gegen 6:45 zum Campingplatz, denn um 7 Uhr ist Treffpunkt. Ich bin schon sehr nervös und froh nicht fahren zu müssen. Am Platz treffen wir Willy und Achim und kurz drauf kommt Kai mit einer Planänderung. Wolkenfetzen und Nebelschwaden hängen am Hang und so ist Tempo angesagt und die Prüfung findet am Wiesfleckerl statt, weil das näher ist. Andreas kommt und wir packen die Gurtzeuge in den Passat und jeder hat seinen Schirm auf dem Schoß. Der Tandemflug von Kai fällt wegen des Wetters aus und so setzt er sich selbst ans Steuer und ab geht's. Am Startplatz packen wir schnell aber mit Ruhe die Schirme aus und zum Glück stimmt die Windrichtung. Kai funkt Jochen am Landeplatz an und dann kann es auch schon losgehen. Ich habe Sorge wegen der 8, die ich fliegen muß, denn von diesem Startplatz aus hat man nicht immer genug Höhe. Kai managed aber auch die Klippe und organisiert, dass ich die 8 nur auf Anweisung vom Prüfer fliegen muß. Meine Güte, da habe ich schon wieder Glück.
Achim startet als Erster und kurz drauf bin ich dran. Irgendwie bin ich jetzt doch ruhig, mache den 5-Punkte-Check und starte perfekt. Ich gleite Richtung Landeplatz und schaue woher der Wind am Landeplatz kommt. Da Achim vor mir ist, ist es natürlich leicht, ich kann ihm einfach hinterherfliegen. Jetzt warte ich auf das Kommando für die 8, denke mir aber schon, daß ich nicht genug Höhe habe. Also fliege ich zur Position, wo ich noch einen Kreis fliege, um die Höhe abzubauen. In Gegenanflug wird klar, dass ich noch zu hoch bin und so weite ich den Queranflug wie gelernt etwas aus. Nun kommt der Endanflug und ich merke, dass ich immer noch sehr weit komme. Ich lande etwa 2-3 Meter hinter der Markierung, zwar perfekt auf zwei Füßen, aber doch etwas zu weit. Ob ich nochmal wiederholen muß? Ich packe den Schirm zusammen und gehe zu Jochen, der mir einfach nur gratuliert.

ICH HABE MEINEN A-SCHEIN!!!

Jetzt laufe ich zu Wolfgang und falle ihm um den Hals und dann muß ich auch Thomas drücken, der sich meine Landung natürlich angesehen hat. Hinter mir landet Willy, aber davon bekomme ich nicht wirklich etwas mit und auch Andreas Landung sehe ich nur aus dem Augenwinkel, meine Freude ist riesig! Nun gehe ich aber doch zu den anderen und wir gratulieren uns gegenseitig und dann ist auch Kai da, dem ich ebenfalls um den Hals falle. Es ist einfach ein grandioses Gefühl im letzten Moment die Prüfung geschafft zu haben, denn mittlerweile ist der Hang mit Wolken so zugezogen, dass kein weiterer Flug mehr möglich wäre. Es hat für uns 4 gerade so gereicht!
20090809 Prüfungsflug
Prüfungsflug

Wir gehen alle zusammen frühstücken und feiern. Immer wieder kommen Bekannte zum gratulieren und wir reden schon vom ersten "echten" Alleinflug, den wir bald machen wollen.
Am späten Vormittag geht es dann zusammen mit Veronika ab nach Hause.
Es war eine tolle und anstrengende Woche und ich bin froh, dass alles so super geklappt hat. Nun kann ich in Ruhe überlegen wo und wann ich meinen ersten Alleinflug mache.

6. Juli 2009

Mein erster Flug

Letztes Wochenende war es nun so weit! Vor ein paar Wochen war ich mit einer Gruppe Gleitschirmflieger unterwegs und ich hatte "Blut geleckt", wie hier zu lesen. Drum hatte ich mich letzte Woche zu einem Schnupperkurs bei Kai Ehrenfried in der Flugschule Hirondelle angemeldet. Am Wochende 20./21.06.2009 wurde der Kurs angeboten, gefolgt von einem 3-tägigen Einsteigerkurs. Ich hatte mich erstmal nur für die ersten beiden Tage angemeldet, um zu sehen, wie ich mich so anstelle. Allerdings hatte ich vorsorglich Urlaub genommen, um auch beim Einsteigerkurs teilnehmen zu können.
Zur Vorbereitung war ich noch mit Wolfgang auf der Drachenfliegerlandewiese bei Alsbach, um das Handling mit dem Schirm zu üben. Das war ganz schön anstrengend, aber es hat funktioniert und so stand meinem Schnupperkurs nichts mehr im Wege.

... und weiter ...
Schirm aufrichten und ...

... so muß es sein :-)
... der Schirm steht

Anstrengend
Ganz schön anstrengend

Samstag 20. Juni 2009
Wochenende und der Wecker klingelt wie unter der Woche. Heute soll es zum Gleitschirm-Schnupperkurs gehen und da fällt das Aufstehen nicht besonders schwer. Nach dem Frühstück packe ich die Wanderschuhe, Klamotten zum wechseln (wer weiss, was heute noch passiert), Essen und Wasserflasche ein und ab geht es nach Weinheim. Die Flugschule finde ich mit einem kleinen Umweg, naja ich war zwar schon einmal da, aber manchmal hapert es dann doch mit der Navigation. Kai ist am Schirme und Gurtzeig auspacken und so kann ich gleich helfen und lerne Deddel und seinen Sohn Steffen kennen.
Nach und nach treffen die anderen Teilnehmer ein und wir sind schon sehr gespannt, was uns heute alles erwartet. Kurz nach 9 geht es dann mit einer Vorstellungsrunde los. Kai möchte wissen, was unsere Motivation ist. Für einige ist es ein langer Traum, den sie sich erfüllen wollen, andere haben einen Gutschein geschenkt bekommen und Roman fällt mit folgendem Spruch auf: "Ich brauche Adrenalin!". Insgesamt sind wir 12 Männer und 4 Frauen (super Quote) bunt gewürfelt aus der ganzen Region.
Als erstes sehen wir uns einen DHV-Lehrfilm mit Auslegen des Schirms, Gurtzeig anlegen und Schirm aufziehen an. Danach geht es raus, um in 2er Gruppen Gurtzeug und Schirm auszuwählen. Hier lerne ich Kirsten näher kennen, die mit Freund Heiko und Sohn Moriz dabei ist. Diese beiden nehmen aber nicht am Kurs teil, denn Heiko fliegt bereits seit mehreren Jahren und Moriz ist mit 8 Jahren noch etwas zu jung. Da wir etwa gleiche Größe und Gewicht haben, sind wir eines der 2er-teams und teilen uns Schirm und Gurtzeug. Wir verstehen uns auf Anhieb super gut und im Laufe des Wochenendes stellen wir immer mehr Gemeinsamkeiten fest.

Flugschule Hirondelle
Gurtzeug anlegen

Flugschule Hirondelle
Flugschule Hirondelle

Jetzt geht es mit den Autos ab zum Schloßpark in Weinheim. Die Mädels fahren zusammen bei mir im Auto und wir sind schon ein wenig aufgeregt, was jetzt auf uns zukommt. Wegen einer Veranstaltung gibt ein kleines Parkchaos, aber nach einer Weile ist die Gruppe vollzählig auf der Wiese. Diese haben wir nicht ganz für uns, aber Kai meint, es wird schon reichen die Stühle für das Open-Air Konzert sind weit genug weg.

Nicht in die Stühle!!!
Open-Air

Kai legt einen Schirm aus und erklärt uns die verschiedenen Leinen. Kurz darauf ist die Wiese mit Gleitschirmen bunt gesprenkelt und es geht an das Aufziehen des Schirms. Es ist wenig Wind und da müssen wir schon ganz schön Rennen, damit der Schirm die richtige Anströmung bekommt. Kirsten und ich helfen uns gegenseitig und nach einer Weile klappt es schon ganz gut. Kai und Thorsten, der als zweiter Fluglehrer dabei ist, korrigieren immer wieder die Haltung und so vergeht die Zeit wie im Flug. Gegen 14 Uhr müssen wir leider wegen der Open-Air Veranstaltung einpacken und es geht zurück zur Flugschule.

A-B-C-D-Leinen
Kai erklärt die Leinen

Auslegeübung
Schloßpark Weinheim


Kirsten und Corinna
Kirsten und ich

Zurück in der Flugschule besprechen wir die nächsten Tage. Morgen geht es nach Münzesheim, denn für nördliche Windrichtungen gibt es für Anfänger im Odenwald kein geeignetes Startgelände. Der Aufbaukurs soll Montag bis Mittwoch im Schwarzwald sttafinden. Kai geht ganz selbstverständlich davon aus, dass ich mitfahre, aber ich will erst einmal ind er Luft gewesen sein, bevor ich zusage. Für Sonntag verabreden wir Fahrgemeinschaften, ich werde Kirsten abholen, die in Mannheim wohnt.
Dann haben wir noch drei Stunden Theorieunterricht bei Thorsten, wo wir und mit dem Schirm, dem Rettungsgerät und den unterschiedlichen Kräften vertraut machen. Am Abend bin ich ganz schön müde, aber auch sehr gespannt auf das erste Abheben vom Boden.

Sonntag 21. Juni 2009
Wolfgang und ich machen uns schon früh auf nach Mannheim, um Kirsten abzuholen, denn um 9 Uhr treffen wir uns in Münzesheim für die ersten kleinen Flüge. Kirsten ist auch schon fertig und ab geht es zum Treffpunkt Schleckermarkt. nach und nach treffen die Kursteilnehmer ein, auch einige Leute aus anderen Kursen sind dabei, sodass wir schon eine recht große Gruppe sind.

Treffpunkt Münzesheim
Schleckermarkt Münzesheim

Über einen Feldweg geht es zum Startplatz, eine leicht geneigte Wiese. Nach kurzer Zeit liegen die ersten Schirme aus und die Starts können beginnen. Ich schau mir das erstmal an und lasse Kirsten den Vortritt. Sie zieht perfekt den Schirm auf, rennt und hebt ab. Auch die Landung macht sie ohne Probleme und mit einem breiten Grinsen kommt sie den Hügel wieder hochgestapft.
Jetzt bin ich dran. Der Schirm liegt, die Leinen sind geprüft und der Startcheck gemacht. Kai kontrolliert nochmal alles und der Funk ist auch da. Los geht es, Schirm aufziehen, beschleunigen und dann hebe ich vom Boden ab. Das Gefühl ist unbeschreiblich, das hätte ich nie gedacht. Schade, dass die Flugstrecke nur etwa 150m lang ist, so muß ich mich gleich wieder auf die Landung konzentrieren. Der Boden kommt näher, ich bremse den Schirm ab, laufe noch ein Stück mit und der Schirm liegt wieder auf der Wiese. Jetzt ist klar, das will ich weitermachen. Ich packe den Schirm, laufe nach oben und werde von einem stolzen Wolfgang in die Arme genommen.

Startbereit
Startbereit

Mein erster  Flug
Ich fliege
Nicht alle Starts an diesem Tag verlaufen so gut, wie der erste. Ich muß auch mal abbrechen oder werde vom Schirm auf die Knie gezwungen. Eine Arschlandung ist auch dabei, aber dafür ist das Üben ja da. Kai korrigiert, gibt Anweisungen und ist die ganze Zeit in Bewegung.
Am Nachmittag müssen wir abbrechen, da Regen aufkommt. Wir fahren in ein nahegelegenes Café und besprechen die nächsten 3 Tage. Es geht nach Oppenau im Schwarzwald. Übernachten im Zelt oder einer Pension, das kann jeder machen wie er will. Kirsten und ich wollen uns ein Zimmer nehmen, denn bei Regen sind wir beide nicht für's Zelten zu haben, das wollen wir aber vor Ort festmachen. Wolfgang hat Montag frei und so will er den ersten Tag mitkommen. Kirsten will selbst fahren und kann mich Mittwoch mit nach Hause nehmen. Jetzt ist alles geklärt und ich fahre glücklich und zufrieden mit Wolfgang nach Hause.

Montag 22. Juni 2009
Treffpunkt ist um 9 Uhr in Ibach am Startgelände bei Oppenau. Also mal wieder früh aufstehen udn Wolfgang und ich holen uns in einer Bäckerei in Oppenau noch einen Kaffe und belegte Brötchen zum Frühstück. Deddel und Steffen sind schon am Treffpunkt und erzählen, dass Kai etwas später kommen wird. Das Wetter ist trübe und läd noch gar nicht zum Fliegen ein. ich schau mir die Landewiese an, die von einem Flüßchen begrenzt wird. Hoffentlich lande ich mal nicht da drin.
Nach und nach kommen mehr Gleitschirmflieger und dann ist auch Kai mit seinem Wohnmobil vor Ort. gemeinsam setzen wir uns Richtung Startplatz in Bewegung und auch das Wetter wird besser. Oben angekommen sehen wir, dass es hier schon richtig Abwärts geht, wir haben etwa 50 Meter Höhendifferenz bis zum Landeplatz.
Roman ist natürlich einer der Ersten, der ausgepackt und startbereit ist. Kai erklärt noch etwas zur Landung und ab geht es. Eigentlich sieht es gar nicht so schwer aus und ich mache mich auch fertig. Ein wenig mulmig ist mir schon, aber da gibt Kai auch schon Startfreigabe und ich klaufe ls und hebe ab. Einfach geil, hier bekommt man schon ein richtiges Fluggefühl und im ersten Moment scheint die Landewiese ganz weit weg zu sein. Leider kommt sie dann doch näher und ich bin wieder am Boden. Schnell den Schirm in den Schnellpacksack und wieder nach oben, denn das ist ein supertolles Gefühl.

Kappencheck
Startcheck

Schirm steht
Schirm steht

Abflug
Ich fliege

Der Vormittag vergeht schnell und mittags gehen wir ins Nachbardorf zum Essen. Natürlich mit einer Portion Theorie dabei. Am Nachmittag kommen wir nicht mehr zu so vielen Flügen, da der Wind auffrischt und dann auch noch Regen kommt. Aber wir sind dennoch guter Dinge und Philipp packt sogar seine Gitarre aus. Wir nutzen auch die Zeit, um die Übernachtung zu regeln. Kirsten und ich gehen zur Bäuerin am Landeplatz, die uns ein Zimmer im 1. Stock anbietet, das wir auch sofort nehmen. Da auf dem Gelände nicht gezeltet werden darf, wollen einige im Stall im Heu die Nacht verbringen. Der Rest sucht sich im Nachbardorf ein Zimmer.

Kai
Kai zeigt es uns

Philipp
Philipp an der Gitarre

Wolfgang macht sich am frühen Abend auf dem Heimweg und wir packen die Ausrüstung im Bauernhof in einen Schuppen. Jetzt freut sich jeder auf eine heisse Dusche und ein wenig Ausspannen.
Am Abend gehen wir noch auf das Dorffest in Ibach und machen mit Kai Wetterkunde. Ich kann nur sagen, dass ein Landebier besonders gut schmeckt. Zum Abschluß nehmen Roman, Veronika, Kirsten und ich noch einen Absackerwein in Kais Wohnmobil und dann fallen wir einfach nur noch ins Bett.

Dienstag 23. Juni 2009
Der Tag beginnt früh und wir fahren zum Bäcker, um zu frühstücken. Danach geht es wieder rauf zum Startplatz. Deddel kommt mit einer verbundenen Hand. Er hate gesternbeim Start eine Zaunberührung und hat sich den Daumen überdehnt. Nun schillert er in allen Farben und der Arzzt hat einen Verband angelegt. Sehr schade, da ist kein Start mehr drin, aber wir haben heute einen praktischen Kaffeeholer.
Ich habe leichten Muskelkater, Bergauflaufen ist eben doch etwas anderes als Radfahren. Aber auch bei den anderen geht es heute etwas langsamer zu. Weiter geht es also mit dem Üben und wir dürfen auch schon selbständig entscheiden, wann wir starten, Kai greift nur noch ein, wenn etwas besonderes passiert. Thorsten kommt auch vorbei und gibt gute Tipps.
Am Mittag frischt der Wind so stark auf, dass wir auf die Landewiese zum Groundhandling gehen. Ich finde dies super und eine gute Abwechsung und die Möglichkeit besser mit dem Schirm zusrecht zu kommen. natürlich sind wir aber alle begeistert, als es später wieder an den Startplatz geht. Etwas später gelingt mir dann noch das Bild des Tages. Ich stehe am Landeplatz und will eine Landung von Jörn fotografieren. Er kommt ziemlich weit und als ich abdrücke merke ich, dass er mitten im bach gelandet ist. Da habe ich genau im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt. Ihm ist nichts weiter passiert und nachdem er sich umgezogen hat, macht er natürlich weiter.

Groundhandling
Groundhandling


Platsch!!!
Platsch, Jörn landet im Bach

Am Abend bin ich ganz schön platt, aber nun geht es noch zur Theorie. Im Gasthof sehen wir uns einen Lehrfilm über Wetter und Wolken an und ich bin nicht die Einzige die dabei immer mal einnickt. Zum Glück machen wir danach noch ein paar praktische übungen zum Thema und da bin ich wieder dabei.
Eigentlich wollen wir dann noch Grillen, aber es ist kalt und regnerisch und so geht es doch ins Nachbarort und wir lassen uns bekochen, bevor alle ins Bett fallen.

Mittwoch 24. Juni 2009
Unser letzter Tag in Ibach weckt uns mit strahlendem Sonnenschein. Das verspricht ein guter Flugtag zu werden. Kirstens Freund Heiko will mit Thorsten auf den Oppenauer Startplatz für den extra vor etwa zwei Jahren Bäume gefällt wurden. Der Oppenauer Bürgermeister unterstützt eben die Gleitschirmflieger. Am Vormittag kommt noch Michael, genant Wolken-Michel vorbei, den ich von der "Vogesentour" kenne. Er grinst nur, als er mich mit Schirm sieht und schließt sich Thorsten und Heiko mit dem Auto an.

Landeplatz Ibach
Landeplatz Ibach


Startplatz Ibach
Startplatz Ibach

Heiko, Thorsten, Michel
Heiko, Thorsten, Michel

Für uns andere heißt es rauf auf den Berg und starten! Mittlerweile klappt es wirklich gut auch wenn das eine oder andere mal ein Startabbruch fällig ist oder auch mal eine Landung auf dem Hintern endet. Die Mittagszeit mit stärkerem Wind verbringen wir wieder mit Groundhandling und am Nachmittag gibt es noch den eine oder anderen Start. Gegen Spätnachmittag haben wir Rückenwind und so packen wir langsam ein und nach und nach fahren alle nach Hause. Wir werden uns aber sicherlich bald an dem einen oder anderen Hang wiedersehen. Einige werden weitermachen und die A-Schein Höhenflüge sollen Anfang August in Greifenburg stattfinden. Ich möchte schon weitermachen, weiß aber nicht, ob ich Urlaub bekomme.
Die Tage im Schwarzwald waren einfach klasse und es war eine super Truppe. Ich bin gespannt, wie es mit dem Gleitschirmfliegen weitergeht.

Montag 6. Juli 2009 Nachtrag
Morgens um 9 habe ich mein Jour fixe mit meinem Chef. Ich muß ihn natürlich sofort auf Urlaub ansprechen. Er hat kein Problem und genehmigt mir die Woche. Es geht also am 31.07.09 für 9 Tage nach Greifenburg in Österreich für die ersten Höhenflüge! Vielleicht klappt es dieses Jahr noch mit dem A-Schein.

26. Mai 2009

Vogesentour 2009

Mittwoch 20. Mai 2009
Ein langes Wochenende liegt vor mir, denn ich habe den Brückentag kurzfristig frei genommen :-).
So richtig geplant habe ich nichts, ein paar Optionen habe ich, aber ich will einfach mal ausspannen, denn die letzten Tage waren in jeder Hinsicht stressig gewesen. Nur für Sonntag habe ich eine Radtour mit Reni, Frank, Christian, Sven, Jörg und Jörn mit anschließendem Grillen in Eberstadt verabredet. Wolfgang hat sich Anfang der Woche noch kurzfristig bei Kai für eine Gleitschirmtour in die Vogesen angemeldet. Somit habe ich auch die Möglichkeit mal kurz einen Trip in die Vogesen zu machen. Irgendwie kam dann aber alles anders und es war einfach nur klasse!
Am Abend meldet sich Wolfgang aus Schriesheim, wo sich die Gleitschirmgruppe zum Einfliegen und Weiterfahrt in die Vogesen getroffen hatte, und meint er ist gleich zu Hause: Planänderung! Wegen schlechter Wettervorhersage in den Vogesen soll es Donnerstag an die Nahe gehen. Neuer Treffpunkt für all die, die nicht in Schriesheim zelten wollten, war nun Viernheim am Donnerstag um 7:30 Uhr mit Weiterfahrt nach Staudernheim. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass Staudernheim nur eine gute Stunde weg ist. Kurz überlegt und ich pack mein Bündel, um mit Wolfgang zum Gleitschirmfliegen zu fahren. Neben Zelt, Luftmatratze, Schlafsack und Klamotten liegt natürlich auch mein Fahrrad im Auto, jetzt steht der Donnersberg auf meinem Programm.

Donnerstag 21. Mai 2009
Um kurz vor 8 Uhr geht es mit dem Passat Richtung Nahe und wir sind pünktlich am Sportplatz Staudernheim, wo schon Jacek und Michel mit Wohnwagen warten. Kurz darauf ist Kai mit dem Bus da und ratzfatz sind die Jungs auf dem Weg zum nahegelegenen Startplatz. Wie gut, dass Wolfgang ein Handy hat, so ist mir egal, wo es hingeht, ich habe erstmal den Donnersberg im Visier.
Das GPS auf dem Vorbau mit einigen markanten Wegpunkten und los geht es. Ich bin schon ein wenig gespannt, wie das so ist ganz allein in unbekanntem Gebiet zu radeln. Ich sage nur: Probieren geht über Studieren!
Mein Schätzchen :-)
Start in Staudernheim

Schon nach wenigen Kilometern gibt es eine Touränderung, denn die geplante Strasse ist aufgerissen und somit unpassierbar. Das macht mir aber überhaupt nichts aus und ich fahre einfach weiter, denn mit GPS, Sonnenstand und offenen Augen für die Gegend muß der Donnersberg doch zu finden sein!
Römerhof
Pfalz

Ich gondel durch die Gegend und laß es mir einfach gut gehen. In Rockenhausen folge ich einer Einladung zur Kirchenbesichtigung und etwas später gibt es auch noch eine Crosseinlage. Dann bin ich aber auch schon am letzten Anstieg zum Donnersberg, echt easy, kann ja auch mein Tempo fahren ;-).
St. Sebastian
St. Sebastian in Rockenhausen

Vom Ludwigsturm habe ich eine grandiose Aussicht, die Pfalz ist wirklich mal etwas Anderes als Odenwald und Taunus. Anschließend gönne ich mir eine echte Mittagspause mit Leberknödelsuppe. Ich melde mich bei Wolfgang, der mittlerweile schon an einem weiteren Startplatz ist. Soll mir alles Recht sein, irgendwie finde ich die Mannschaft schon.
Ich überlege kurz, ob ich nach Bad Kreuznach fahren soll und Manfred überfalle, entscheide dann aber anders, weil ich auch noch etwas von der Fliegerei sehen will. Die Donnersbergabfahrt ist einfach nur geil, super Asphalt und richtig Speed, da fehlt das 11er.
Donnersberg
Ausblick vom Ludwigsturm

Donnersberg
Ausblick vom Ludwigsturm

Ludwigsturm
Ludwigsturm

Ludwigsturm
Ludwigsturm

Ich fahre die Strecke zurück, die ich wegen der Strassensperrung auf dem Hinweg umfahren hatte. Leider ziehen Wolken auf und es ist nicht mehr so schön sonnig. Da klingelt mein Handy, Wolfgang meldet sich, sie sind wegen Gewitter in einer Pizzeria in Roxheim. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß ich meine Strecke dafür wieder ändern muß, aber ich hab das mit der Navigation doch schon ganz gut raus :-).
Über Bad Münster Am Stein Ebernburg geht es am Rotenfels vorbei. Mir ist schon klar, dass ich nicht rechtzeitig zum Essen in Roxheim bin, aber der Startplatz kann ja auch nicht weit sein. Ich melde mich im Ort bei Wolfgang und kurz darauf schiebe ich das Fahrrad das letzte Stück einen Weinberg hoch und treffe die Mannschaft.
Rotenfels
Rotenfels

Bad Kreuznacher Hausberg
Bad Kreuznacher hausberg

Es ist ziemlich bedeckt, aber der Wind kommt aus der richtigen Richtung, wenn auch recht stark. Kai zeigt, wie man starten, fliegen und am gleichen Startort wieder landen kann, der kann es eben. Ich hol mir eine Isomatte, döse ein wenig vor mich hin und merke gar nicht, wie die Zeit vergeht. Ich wache rechtzeitig für einen Start von Wolfgang auf und sehe, dass es bereits 18 Uhr ist. Auch der Himmel wird immer dunkler und so mache ich mich lieber auf den Weg zum Auto. Wo wir übernachten steht zu diesem Zeitpunkt nicht fest, denn Kai will noch den Wetterbericht in der Gegend und dem eigentlichen Ziel Vogesen checken.
Klaus und Kai
Klaus und Kai

Wolfgang
Wolfgang

Kaum bin ich unterwegs, fallen die ersten Tropfen. Erstmal nicht so viel und ich leiste mir noch einen kleinen Umweg, weil ich nur nach Himmelsrichtung fahre. Dann schau ich aber doch nochmal auf die Karte, nehm die richtige Strasse und kurz drauf geht das Gewitter los. Na, was soll es, ich bin nicht aus Zucker. Kurz vor Bad Sobernheim kommt nochmal die Sonne raus und bis auf die durchweichten Schuhe komme ich recht trocken am Auto an.
Ich freu mich auf eine heiße Dusche und frag mal an, wo wir übernachten. Schon im nächsten Ort Odernheim ist das Zeltlager aufgebaut, Bannmühle heißt der wirklich idyllische Zeltplatz ;-).
Idyllischer Zeltplatz
Bannmühle

Tja, die heiße Dusche hab ich dort nicht bekommen, aber dafür scheint die Sonne wieder. In der nahegelegenen Straußwirtschaft machen wir den Abschluß des Tages mit Wein, Bratwurst, Wurst und Käseplatten und natürlich den Stories über gelungene und auch weniger gelunge Flüge. Fliegers sind herrlich unkompliziert!

Freitag 22. Mai 2009
Tagesansage von Kai: Wir bleiben in der Gegend, fliegen erstmal in Odernheim und sehen uns bei zu viel Wind die Start- und Landeplätze in der Umgebung an. Meine Radschuhe sind noch quietschnass und weil auch die Sonne so schön scheint, beschliesse ich mitzufahren und auf der Wiese zu relaxen.
Ganz schön voll um mich
Relaxen

Erstmal geht es zum Landeplatz Odernheim, bevor es zu dem passenden Startplatz geht. Die Sone brennt schon und ich lege mich mit meiner Isomatte ins Gras, nur nachher an die Zecken denken, denn gestern hatte mich schon eine erwischt!!! Die ersten Schirme werden ausgepackt, aber der Wind ist nicht wirklich passend. Da braucht man Geduld, das ist nun wirklich nicht mein Ding. Gegen Mittag wird der Wind immer stärker und es ist unfliegbar. Also beschließt Kai weitere Start- und Landeplätze abzufahren, damit jeder weiß wo und bei welchen Bedingungen man hier in der Gegend Fliegen kann. Es dauert eine ganze Weile, bis alle Schirme zusammengepackt und im Bus verstaut sind. Wie gut, daß ich meinen Passat habe.
Es geht auf die andere Hangseite nach Boos, ein Ostwindhang, wogegen Odernheim ein Westhang ist. In Boos darf von April bis Juli nicht geflogen werden, da es dort ein Vogelschutzbgebiet gibt. Als Gleitschirnmflieger muß man schon eine Menge wissen und beachten.
Startplatz Odernheim
Startplatz Odernheim

Boos
Boos


Zum Mittagessen fahren wir nach Bad Sobernheim und dann besichtigen wir noch drei weitere Plätze, zum Teil mit kleinen Wanderungen, denn nicht überall kann man mit dem Auto vorfahren, also doch ein richtiger Sport.
Briefing
Briefing

Die weitere Planung für das Wochenende ist offen, die Idee ist weiterhin in die Vogesen zu fahren und das noch am späten Abend. Ich überlege, ob ich das wirklich mitmachen will oder lieber nach Hause fahre. Aber warum nicht mal ein bißchen Abenteuer. Ich organisiere bei meinem Vater alles für das geplante Grillen am Sonntag, sage aber bei Reni die Radtour ab. Sie freut sich riesig, dass wir dennoch am Sonntag abend grillen und informiert den Rest der Radler. Ansonsten besorge ich uns etwas zum Abendessen, denn keine Ahnung, wann wir in den Vogesen ankommen.
Wir fahren nach Odernheim um die Zelte abzubauen und danach dort an den Hang zu gehen, da der Wind weiter von Westen her kommt und es dort eigentlich gehen muß. Ich geh schnell duschen, diesmal warm, und als ich zurück komme ist der Wochenendplan wieder geändert. Die Wetteraussichten in den Vogesen sind gut, aber voraussichtlich mit zu viel Wind. Drum soll es morgen früh an die Mosel gehen. Mal sehen, ob ich heute abend wirklich nochmal in der Bannmühle schlafe ;-).
Gegen Abend gibt es gute Flugbedingungen und immer mehr aus der Gruppe gehen an den Start. Viele bleiben direkt über den Nachbarhang hängen und stehen quasi in der Luft. Von dort kann man sicherlich super die Landschaft überschauen und das tolle Licht der Abendsonne geniessen. Zum ersten Mal denke ich selbst daran mal in die Luft zu gehen. Bei solchen Bedingungen ist das sicherlich traumhaft.
Odernheim
Odernheim

Wir bleiben bis fast zum Sonnenuntergang und Kai muß noch los um Walter, der eine Außenlandung ein paar Kilometer abseits gemacht hatte, abzuholen. Wir anderen machen uns nach kurzen Erfrischungsstop am Zeltplatz auf den Weg zu einer offenen Kneipe, was kurz vor 22 Uhr in Odernheim gar nicht so einfach ist.
Beim Pizzaessen mache ich mir Gedanken, welche Radtour ich an der Mosel machen könnte, da meint Kai, daß ich doch einfach die 80 km von Nahe zur Mosel mit dem Rad zurücklegen solle. Gesagt , Getan, mein Plan für Samstag steht fest!

Samstag 23. Mai 2009
Gegen 7 Uhr wird die Mannschaft wach, rundherum hört man das Kruscheln in den Zelten. Ich werf mich in die Radklamotten und pack meine Sachen ins Auto. Bei Wolken-Michel (woher hat er nur diesen Namen?!) gibt es einen einen schnellen Kaffee und um 8:30 machen sich alle auf den Weg und ich steige auf mein Rad. Erstmal fahre ich zum Bäcker um die Ecke und bei Kaffee und Nußschnecke studiere ich die Karte. Die Strecke ist eindeutig, aber zur Sicherheit mache ich mir ein paar Wegpunkte auf's Garmin.
Frühstück
Frühstück


Nun geht es los Richtung Bad Sobernheim. Nach ein paar Kilometern gibt es allerdings schon wieder eine kleine Streckenänderung, ich werde noch zur Navigationsheldin ;-).
Nahe
Nahe

Gemütlich fahre ich die Nahe entlang bis ich in Kirn die Nahe Richtung Hunsrück verlasse. Hier telefoniere ich kurz mit meinem Vater, der seinen Auftrag erledigt hat. Juhu, die Grillfeier kann starten. Nun geht es langsam bergan bis Bundenbach, wo ich ein kleines Päuschen mache.
Bundenbach
Budenbach

Irgendwie hat das Fahren gar nicht angestrengt denke ich, allerdings nicht verwunderlich, denn wir haben Ostwind :-). Über Rhaunen, und Hirschfeld fahre ich zum höchsten Punkt der Tour nach Irmenach. Ab da geht es mit Tempo runter nach Traben-Trabach an der Mosel. Nach den einsamen Sträßchen an der Nahe ist das Leben an der Mosel fast ein Schock. Hier ist es doch viel touritischer! Die letzten Kilometer nach Zeltingen-Rachtig nehme ich den Radweg und komme wegen der vielen Ausflügler nur langsam voran. Ich rufe Wolfgang an und wir treffen uns am Kloster Machern, wo er ist gerade auf der benachbarten Landewiese gelandet war. Wolken-Michel, Basti, Klaus und Ludwig lungern auch dort rum und wundern sich, daß ich schon da bin, schließlich müssen das doch 80 km gewesen wein! Ich frage nur zurück: "Na, welche Windrichtung haben wir ?" ;-)
Traben-Trabach
Traben-Trabach

Nach einer kleinen Mittagspause geht es mit dem Bus zum Startplatz. Dort schlucke ich einen Moment, denn er ist relativ steil und der Blick auf die Mosel im ersten Moment erschreckend. Hier kann man starten??? Ich mache es mir gemütlich und es gibt jede Menge zu sehen. Starten kann man hier wirklich und Thermik ist auch da. So vergeht der Nachmittag mit vielen Starts und einem grandiosen Ausblick.
Zeltingen
Zeltingen

Kloster Machern
Kloster Machern

Wolfgang
Wolfgang

Am Abend zelten wir auf einemm Campingplatz auf der anderen Moselseite mit heißer Dusche und anschließendem Essen beim Thai. Ich habe richtig Gefallen an dem etwas chaotischen Haufen um mich rum und bin schon etwas traurig, daß ich morgen mittag nach Hause fahren muß.
Zelting in Zeltingen
Zelting in Zeltingen

Sonntag 24. Mai 2009
Heute stehen wir alle etwas später auf, denn wir bleiben in der Gegend, allerdings an anderen Startplätzen, denn der Wind hat auf West gedreht. Auch Kai treibt niemanden an und geht mit Susanne zum Bäcker Frühstücken. Wir folgen und auch Ludwig gesellt sich zu uns. Natürlich drehen sich die Gespräche, wie schon das ganze Wochenende fast ausschließlich um das Gleitschirmfliegen. Mittlerweile kann ich sogar manchmal mitreden, auch wenn ich (noch) nicht in der Luft war.
Der erste Startplatz liegt nur wenige Kilometer moselaufwärts und ich begleite die Mannschaft dorthin. Ich schau mir die Starts an und Michel meint (mal wieder): "Mach doch einen Schnupperkurs, dann siehst Du, ob Du nicht selbst Fliegen magst." So langsam denke ich selbst daran...
Startplatz Graach
Startplatz Graach

Leider vergeht die Zeit wie im Flug (in der Gesellschaft kein Wunder) und gegen
12 Uhr mache ich mich auf den Heimweg. Wolfgang bleibt natürlich noch, Ludwig nimmt ihn mit nach Hause. Nach Auspacken und Kater begrüßen mach ich mich an die Grillvorbereitungen und gegen 16 Uhr meldet sich Reni aus Erbach. Eine gute Stunde später sind die hungrigen und durstigen Radler da und wir machen uns daran den Grill anzuheizen und von den Wochenenderlebnissen zu erzählen. Auch Heike kommt noch vorbei und so ist die Sardiniengruppe fast vollständig beisammen.
Grillen in Eberstadt
Grillen in Eberstadt

Findus
Findus ist auch dabei

Kurz nachdem die Radler sich Richtung Frankfurt aufgemacht hatten, ist Wolfgang da und wir quatschen noch lange über das chaotische, ungeplante, flexible, superschöne und erfolgreiche Wochenende.