12. August 2009

A-Scheinkurs Greifenburg

Nachdem ich im Juni meinen ersten Flug gemacht hatte, war ich Feuer und Flamme und nutzte jede Gelegenheit für einen Flug unter Kai's Anleitung. Leider kamen wetterbedingt nicht so viele Flüge zusammen und auch kein einziger Start mit 100m Höhendifferenz. Also war für Greifenburg ein straffes Programm angesagt, um die 40 Höhenflüge für die A-Scheinprüfung zusammen zu bekommen.

Freitag 31. Juli 2009
Gegen 12 Uhr fahren Wolfgang und ich mit 2 Gleitschirmen im Gepäck in Richtung Greifenburg. Natürlich ist wegen Ferienbeginn viel Verkehr und wir geraten von einem Stau in den anderen. Der Tauerntunnel konnte nur in Blockabfertigung befahren werden und so gehen wir auf die Ausweichstrecke Felbertauern. Gegen 21:30 kommen wir endlich im Hotel Post an und kurz darauf treffen wir Kai und andere Teilnehmer im Fliegercamp. Glücklicherweise gibt es auch etwas zu Essen und nach Bieren fallen wir ins Bett, morgen geht es um 7:30 Uhr los.

Samstag 01. August 2009
Ich stehe pünktlich um 7:30 Uhr an der Rezeption des Campingplatz und lerne weitere Teilnehmer des A-Schein Kurses bei Kai kennen. Zunächst müssen wir einige Formalitäten erledigen und dann geht es endlich an den Landeplatz. Hier erklärt Kai die unterschiedlichen Landevolten für die verschiedenen Windrichtungen.
Landevolten
Landevoltenerklärung

Danach fahren wir mit Taxibussen an den Startplatz Wiesfleckerl. Da oben werden uns die Knie doch etwas weich, denn der Landeplatz liegt gaaaaaanz weit unten. Martin unser österreichischer Fluglehrer am Startplatz ist ein ganz Ruhiger und macht erstmal die Einweisung. Das beruhigt dann sehr.
Landeplatzblick
Landeplatzblick

Startplatz Wiesfleckerl
Startplatz Wiesfleckerl

Die Ersten sind schnell dabei und bald ist die Wiese mit bunten Schirmen bedeckt. Vor jedem Start kontrolliert Martin das Gurtzeug und die Leinen und ab geht es. Schon bald bin ich dran und ich habe weiche Knie. Martin kontrolliert und dann habe ich Startfreigabe. Schirm aufziehen, Kontrolle, Laufen und dann fliege ich. Ein irres Gefühl endlich richtig Luft unter mir zu haben. Kai übernimmt per Funk den Flug und die Landeeinweisung. Ich flige über das Restaurant zur Position an der Beachflag und drehe meine Kreise bis Kai mich in den Gegenanflug schickt. Im Queranflug raus aus der Sitzposition und im Endanflug leicht Anbremseen und schon stehe ich perfekt auf der Landewiese: Endorphine pur. Wenn ich es vorher noch nicht gewußt habe, jetzt ist klar, Fliegen ist das Größte! Wolfgang steht am Platz und freut sich mit mir und auch Hans-Jürgen gratuliert zum ersten Höhenflug.
Landung nach erstem Höhenflug
Landung nach erstem Höhenflug

Der Vormittag vergeht wortwörtlich wie im Flug. Mittags haben wir eine eine längere Pause, denn Thermik ist für uns Anfänger noch nicht zu Fliegen. Leider habe ich meine Schwimmsachen im Hotel, eine Abkühlung im See wäre das Richtige gewesen. Morgen nehm ich die aber mit!
Am Nachmittag treffen wir uns auf dem Zeltplatz, um den Beschleuniger einzubauen. In kleinen Gruppen hantieren wir mit Gurtzeug und Leinen und werden von Kai und Martin kontrolliert. Anschließend markieren wir noch die äußeren A-Leinen. Diese müssen zum Manöver "Einklapper" gezogen werden und die Markierung erleichtert die Orientierung in der Luft.
Beschleuniger einbauen
Uli, Jan und Sebastian beim Einbau des Beschleunigers

Markierung äussere A-Leinen
Markierung der äusseren A-Leinen

Im Anschluß geht es zum Wiesfleckerl hoch. Leider haben wir Rückenwind und können nicht mehr starten. Drum geht es mit den Taxibussen wieder runter.
Abends bin ich völlig erledigt und wir essen nur eine Kleinigkeit am Campingplatz bevor ich ins Bett falle.

Sonntag 02. August 2009
Heute geht es um 6:30 Uhr am Badeseeeingang los. Mit 4 Bussen geht es zum Wiefleckerl, wo es mit 30 Fliegern schon etwas eng wird. Erst nach einigen Flügen entspannt sich die Lage etwas, weil sich die Gruppe auf Startplatz, Landeplatz und Busse verteilt. Wolfgang kommt gegen 9 mit geschmierten Brötchen zum Landeplatz und betätigt sich dann als Fotograf, er will erst am Mittag vom hohen Startplatz Emberger Alm fliegen.
Aufziehen
Schirm aufziehen

Anbremsen
Schirm anbremsen

Fliegen
Fliegen

Jetzt fliegen wir zum ersten mal eine Acht auf dem Weg zum Landeplatz, was auch Teil der Prüfung ist.
Mittags setzt die Thermik ein und Wolfgang und ich haben diesmal die Badesachen dabei und gehen zum Badesee. Es ist wirklich sehr heiß und beim Tragen von Gurtzeug und Schirm kommt man ganz schön ins Schwitzen, da tut die Pause im kühlen Naß richtig gut.
Gegen 15:30Uhr treffen wir uns am Simulator. Kai erklärt die Benutzung des Beschleunigers und das Manöver "Ohren anlegen".
Briefing am Flugsimulator
Erklärungen am Simulator


Danach dürfen wir das theoretisch Gelernte auch praktisch anwenden. Leider setzt auch bald wieder der Rückenwind ein und nach 2 Flügen müssen wir Schluß machen. Am Campingplatz gibt es noch ein kurzes Briefing für den nächsten Tag und Andreas macht einen genialen Vorschlag. Damit es am Morgen nicht wieder zu einem Startstau kommt, fahren die Busse gestaffelt. 6:15 Uhr der erste und dann im Abstand von 15 min die weiteren. Eine Liste geht rum und ich trage mich für den ersten Bus ein. Schließlich bekomme ich so oder so kein Frühstück im Hotel.
Abends treffen sich Einige zum Essen beim "Leitner" und natürlich sind die Tageserlebnisse das Thema.

Montag 03. August 2009
Wie verabredet stehe ich um 6:15 vor dem Schwimmbadeingang und sitze kurz darauf mit Martin und 6 weiteren Schülern im ersten Bus. Wir können alle in Ruhe die Schirme auslegen, bevor der nächste Bus anrollt. Das entspannt die Situation ungemein. Heute lernen wir einen "seitlichen Einklapper" mit den äußeren A-Leinen zu provozieren und ich fliege meine erste selbstständige Landeeinteilung. Es ist gar nicht so einfach in der Position die richtige Höhe für den Gegenanflug einzuschätzen. Das Landegelände ist aber so groß, dass es auch kein Problem ist, wenn man sich verschätzt.
Leider ist nach 2 Flügen schon Schluß, denn schlechtes Wetter zieht auf. Wir sehen eine Wolkenmasse über den gegenüberliegenden Berg quellen und später sehen wir auch das Gewitter in einiger Entfernung, also mit den Bussen runter zum Landeplatz und etwas Theorie machen.
Wolken schieben sich über den Kamm
Wolken schieben sich über den Kamm

Schlechtes Wetter kündigt sich an
Gewitter ein Stückchen weiter

Es fängt an zu Regnen und zu Gewittern und so haben wir den Nachmittag zur freien Verfügung. Ein wenig ausruhen und dösen tut mir gut, Fliegen ist ganz schön anstrengend.
Abends gehen wir mit Hans-Jürgen zum "Schober" und treffen dort natürlich auch andere Flieger.

Dienstag 04. August 2009
Heute darf ich ausschlafen und ausnahmsweise im Hotel frühstücken, denn Treffpunkt ist wegen des schlechten Wetters erst um 8:30 Uhr. Da es immer noch wolkig ist und die Nebelschwaden durch das Tal ziehen, sehen wir uns erstmal Lehrfilme zu Start und Landung an. Gegen 10 Uhr reißt der Himmel etwas auf und wir können Starten. Unser heutiges Manöver heißt Rollen, was mir sehr leicht fällt. Am Landeplatz fotografiert Wolfgang meine Fortschritte.
Sol Prymus 3
Hoch in der Luft

Sol Prymus 3
Landevorbereitung

Sol Prymus 3
Perfekte Landung

Leider war es auch schon mit dem einen Start, denn es gibt Föhnwarnung und so heißt es Abbruch. Bei einer nahegelegenen Gipfelwindmeßstation wurden 70 Km/h Windgeschwindigkeit gemessen, aber hier am Lendeplatz merkt man davon nichts. Das zeigt, dass man beim Fliegen immer aufmerksam den Wetterbericht lesen muß, denn von heftigen Winden sollte man nicht überrascht werden.
Am Nachmittag fahren wir nach Steinfeld, um den Landeplatz zu besichtigen. An Fliegen ist nicht zu denken, denn jetzt sind die Föhnwolken auch deutlich am Himmel zu erkennen. Auch ohne Start haben wir viel glernt, denn Wetterkunde ist eines der wichtigsten Dinge beim Gleitschirmfliegen.
Landevolten
Landevolten in Steinfeld

Föhn
Wolkenkunde

Cumulus lenticularis
cumulus lenticularis (Föhnwolke)

Mittwoch 05. August 2009
Heute geht es wieder mit 4 gestaffelten Bussen um 6:15 Uhr auf das Wiesfleckerl rauf. Leider haben wir Pech und müssen lange Warten bis der Rückenwind aufhört. Am Vortag mußte jeder bei Kai einen Zettel mit Manövern abgeben, die er auf den ersten 3 Flügen fliegen will. Ich habe im ersten Flug meinen Beschleuniger, den ich umbauen mußte ausprobiert und dann ging es noch ans "Ohren anlegen", was eine höhere Sinkrate erzeugt. Im zweiten Flug ging es ans freihändige Fliegen mit Beschleuniger an den Brummelhaken aus- und einhängen und das Steuern mit den D-Leinen. Zum Abschluß des Vormittags gab es noch eine 8 auf Zeit, denn in der Prüfung muß dieses Manöver in 35 sec. geflocgen werden. Mit 32 sec. habe ich zwar nicht viel Spielraum, aber es gibt auch keine Pluspunkte für eine schnellere 8.
Warteschlange
Buswarteschlange

Johannes
Johannes unser Drachenpilot

Nachmittags komme ich nur noch zu einem Flug, aber der bringt mich etwas nach oben. Mein erster Kontakt mit Termik. Es ruppelt zwar etwas, aber es ist schon ein geiles gefühl, wenn es etwas aufwärts und nicht nur abwärts geht.
Am Abend beim "Schober" müssenn wir Hartmut etwas beruhigen, denn er hat am nächsten Tag Prüfung. Er ist unheimlich nervös, was eigentlich gar nicht nötig ist, denn er macht seine Sache gut. ich frage mich, ob ich wohl auch noch in dieser Woche Prüfung machen kann, denn ich habe bisher nicht so viele Starts gemacht und so bin ich schon am überlegen, ob ich nicht ein Wochenende in Andelsbuch zur Vervollständigung meiner Ausbildung brauche.

Donnerstag 06. August 2009
Heute fahren wir um 6:45 Uhr nach Steinfeld, denn am Wiesfleckerl machen 6 aus unserer Gruppe Prüfung. Ich treffe noch Jochen und wünsche ihm alles Gute.
Der Startplatz Steinfeld ist beeindruckend, denn er liegt nochmal 200 m höher als das Wiesfleckerl. Aber wir sind alle schon so geübt, dass wir uns schnell an die geänderten Startbedingungen gewöhnen.
Startplatz Steinfeld
Startplatz Steinfeld

Nach meinem ersten Flug treffe och Wolfgang und Thomas, der mal eben fürs Wochenende vorbeigekommen ist am Landeplatz. Beide machen sich auf zur Emberger Alm und ich trainiere weiter mit neuen Manövern wie "Rollen mit angelegten Ohren" und "Nicken. Zwischendurch erhalten wir die Meldung, dass alle Prüflinge bestanden haben und einige kommen auch nach Steinfeld und werden mit großem Hallo begrüßt.
Die Mittagspause verbringe ich alleine am See, ich brauche etwas Ruhe, denn durch die Sonne ist es tierisch heiß und in Steinfeld müssen wir einige Meter mit Gepäck den Berg rauflaufen. Starts und Landungen am Nachmittag klappen ganz gut, aber ich habe immer noch zu wenig Flüge für die Prüfung.
Am Abend feiern wir die bestandenen Prüfungen bei "Leitner" und die ersten reisen schon ab, die Gruppe wird kleiner.
Freitag 09. August 2009
Langsam gewöhne ich mich an das frühe Aufstehen, eigentlich ist es wie zu Hause, wenn ich in die Firma muß. Karla unsere Jüngste mit 16 Jahren und Axel ihr Vater haben heute Prüfung und während wir in Steinfeld die Schirme auslegen, könen wir ihren Prüfungsflug aus der Ferne beobachten. Wir brauchen uns bei ihr keine Sorgen machen, sie steckt die Prüfungssituation sicherlich am Besten von uns allen weg. Schülerin müßte man eben sein.
Am späteren Vormittag kommen die beiden auch vorbei und sind ganz stolz auf die bestandene Prüfung.
Martin
Martin bei der Mittagspause


Am Nachmittag fahren Thomas und Wolfgang mit mir und dem Passat nach Steinfeld und Wolfgang übernimmt einige Auffahrten zum Start, damit ich nicht auf den Bus warten muß. Für den nächsten Tag stehen weiter 10 Prüfungen an, ein wenig traurig bin ich schon, dass mir immer noch einige Starts fehlen. Wolfgang erzählt mir aber, dass er von Kai für den nächsten Tag als Fahrer für mich auserkoren ist. Vielleicht kommen doch noch genügend Starts für die Prüfung zusammen.

Samstag 08. August 2009
Da wir die letzten Tage immer in Steinfeld geflogen sind, machen die heutigen Prüflinge ihre Flüge auch dort. So können wir anderen die Prüfung hautnah miterleben. Zuerst ist die Landung dran. Martin steht zwar mit am Start, aber gibt keine Unterstützung mehr. Alle müssen selbstständig entscheiden, wann der Wind passend ist und sie rausgehen können. Andreas ist auch dabei und ich mache Fotos von ihm. Aber was ist das? Startabbruch!
Es sah alles super aus und wir konnten uns den Abbruch nicht erklären bis er wieder nach oben gestapft ist und erzählt, dass ihm das Vario vom Beim gerutscht war. Tja, das sollte man vor dem Start am Gurtzeug sichern und ich frage mich ausserdem, wozu braucht der Typ jetzt schon ein Vario?
Andreas
Andres beim Sortieren der Leinen

Andreas
Aufziehen

Andreas
Abbruch


Die weiteren Starts der Prüflinge klappen einwandfrei und kurz darauf kann ich auch starten. Das klappt mittlerweile sehr gut und auch der Kontrollblick ist einwandfrei. Allerdings verschätze ich mich bei der Landeeinteilung und muß auf dem Acker hinter der Landewiese landen. Kais Kommentar: Gut, dass Du die 25 € Prüfungsgebühr nicht gezahlt hast. Ich ärgere mich natürlich tierisch, andererseits war es halt kein Prüfungsflug. Nach dem Zusammenpacken erfahre ich, dass auch 3 Prüfungslandungen zu weit waren und daher morgen wiederholt werden müssen, zusammen mit mir. Ich darf also Prüfung machen auch wenn die Flugzahl etwas unter der geforderten Anzahl ist.
Wolfgang fährt mich zum Start, wo mittlerweile Jochen der Prüfer die Starts abnimmt. Ich setze mich auf die Wiese und warte. Da spricht Jochen mich an und meint, dass ich doch morgen Prüfung mache. Ich sage Ja und er macht mir einen super Vorschlag. Damit er morgen nicht mehr an den Startplatz muß, denn bei den Nachprüfungen muß er nur Landungen abnehmen, würde er sich heute schon meinen Start ansehen. Wenn er in Ordnung ist, gilt das schon für die Prüfung, ansonsten hätte er nichts gesehen. Klasse, aber nun werde ich nervös. Ich lege sorfältig den Schirm aus, sortiere die Leinen und warte, bis ich dran bin. Jochen fragt mich nach dem 5-Punktecheck und ich kontrolliere Gurtzeug und Helm, Leinen, Kappe, Luftraum und Wind. Jetzt gilt es, ich ziehe den Schirm auf laufe los und vergesse fast den Kontrollblick. In der Luft denke ich schon, das war's, aber da funkt Jochen: "Na, der Kontrollblick ist ja noch gekommen" und so habe ich den ersten Teil der Prüfung schon in der Tasche. Die Landung klappt jetzt auch und schon sitze ich wieder im Auto zum Startplatz.
Nach 2 weiteren Starts machen wir Mittagspause und leider sehen wir am Horizont dunkle Wolken. Neben mir werden morgen noch Achim, Andreas und Willy zur Prüfung an den Start gehen. Mich beruhigt dies, denn ganz alleine zu starten ist schon sehr komisch. Kai organisiert bereits die Fahrerei, Wolfgang soll die 4 Prüflinge mit Gerätschaft an den Start in Steinfeld fahren und Kai folgt mit einem Tandemfluggast. Für mich ist es richtig beruhigend zu wissen, dass Kai dabei ist, auch wenn er uns nicht helfen darf.
Leider fängt es am Nachmittag noch an zu regnen und so gibt es keine Flug mehr. Hoffentlich klappt das morgen mit der Landeeinteilung...
20090807 Steinfeld
Flugroute in Steinfeld


Abends verabreden wir uns mit Achim und Andreas und natürlich Thomas im "Schober", damit die Prüflinge noch etwas abgelenkt werden. Später wollen wir noch Martin auf dem Dorffest treffen, was aber leider nicht klappt. So komme ich doch recht zeitig zum Schlafen, was ich erstaunlicherweise auch sofort tue.

Sonntag 09. August 2009
Wolfgang und ich fahren gegen 6:45 zum Campingplatz, denn um 7 Uhr ist Treffpunkt. Ich bin schon sehr nervös und froh nicht fahren zu müssen. Am Platz treffen wir Willy und Achim und kurz drauf kommt Kai mit einer Planänderung. Wolkenfetzen und Nebelschwaden hängen am Hang und so ist Tempo angesagt und die Prüfung findet am Wiesfleckerl statt, weil das näher ist. Andreas kommt und wir packen die Gurtzeuge in den Passat und jeder hat seinen Schirm auf dem Schoß. Der Tandemflug von Kai fällt wegen des Wetters aus und so setzt er sich selbst ans Steuer und ab geht's. Am Startplatz packen wir schnell aber mit Ruhe die Schirme aus und zum Glück stimmt die Windrichtung. Kai funkt Jochen am Landeplatz an und dann kann es auch schon losgehen. Ich habe Sorge wegen der 8, die ich fliegen muß, denn von diesem Startplatz aus hat man nicht immer genug Höhe. Kai managed aber auch die Klippe und organisiert, dass ich die 8 nur auf Anweisung vom Prüfer fliegen muß. Meine Güte, da habe ich schon wieder Glück.
Achim startet als Erster und kurz drauf bin ich dran. Irgendwie bin ich jetzt doch ruhig, mache den 5-Punkte-Check und starte perfekt. Ich gleite Richtung Landeplatz und schaue woher der Wind am Landeplatz kommt. Da Achim vor mir ist, ist es natürlich leicht, ich kann ihm einfach hinterherfliegen. Jetzt warte ich auf das Kommando für die 8, denke mir aber schon, daß ich nicht genug Höhe habe. Also fliege ich zur Position, wo ich noch einen Kreis fliege, um die Höhe abzubauen. In Gegenanflug wird klar, dass ich noch zu hoch bin und so weite ich den Queranflug wie gelernt etwas aus. Nun kommt der Endanflug und ich merke, dass ich immer noch sehr weit komme. Ich lande etwa 2-3 Meter hinter der Markierung, zwar perfekt auf zwei Füßen, aber doch etwas zu weit. Ob ich nochmal wiederholen muß? Ich packe den Schirm zusammen und gehe zu Jochen, der mir einfach nur gratuliert.

ICH HABE MEINEN A-SCHEIN!!!

Jetzt laufe ich zu Wolfgang und falle ihm um den Hals und dann muß ich auch Thomas drücken, der sich meine Landung natürlich angesehen hat. Hinter mir landet Willy, aber davon bekomme ich nicht wirklich etwas mit und auch Andreas Landung sehe ich nur aus dem Augenwinkel, meine Freude ist riesig! Nun gehe ich aber doch zu den anderen und wir gratulieren uns gegenseitig und dann ist auch Kai da, dem ich ebenfalls um den Hals falle. Es ist einfach ein grandioses Gefühl im letzten Moment die Prüfung geschafft zu haben, denn mittlerweile ist der Hang mit Wolken so zugezogen, dass kein weiterer Flug mehr möglich wäre. Es hat für uns 4 gerade so gereicht!
20090809 Prüfungsflug
Prüfungsflug

Wir gehen alle zusammen frühstücken und feiern. Immer wieder kommen Bekannte zum gratulieren und wir reden schon vom ersten "echten" Alleinflug, den wir bald machen wollen.
Am späten Vormittag geht es dann zusammen mit Veronika ab nach Hause.
Es war eine tolle und anstrengende Woche und ich bin froh, dass alles so super geklappt hat. Nun kann ich in Ruhe überlegen wo und wann ich meinen ersten Alleinflug mache.