17. April 2010

Thermik- und Streckenseminar Steinfeld

Das Frühjahr mit guten Flugbedingungen läßt dieses Jahr auf sich warten. Daher freue ich mich um so mehr auf eine Woche Fliegen in den Alpen. Kai von der Flugschule Hirondelle bietet ein Thermik- und Streckenseminar an und bietet so die Möglichkeit die Flugübungen für den B-Schein zu erfliegen. Parallel gibt es einen Höhenflugkurs für die A-Schüler. Somit ist klar, dass wir eine sehr große Gruppe werden und wir buchen rechtzeitig ein Zimmer auf dem Campingplatz Bergfriede oberhalb von Steinfeld, wo Kai seine Basis aufbauen will.

Freitag 09. April 2010
Wolfgang und ich packen am Morgen gemütlich den neuen tornadoroten Passat mit der Nummer F-LY 2106. Genau rechtzeitig ist mein neuer Dienstwagen angekommen, um neben den beiden Gleitschirmen auch die Rennräder und natürlich jede Menge Gepäck zu laden. Da wir erst am Abend in Steinfeld sein müssen, probieren wir die Strecke über Regensburg und Passau aus. Das ist zwar weiter, aber bei Stau um Stuttgart und München eine gute Alternative. Gegen 20 Uhr treffen wir am Campingplatz ein und sehen dort schon einige bekannte und unbekannte Piloten.

Bergfriede
Camping Bergfriede

Das Zimmer ist das ehemalige Jugendzimmer der Tochter und die Wände sind mit Bravobildern gepflastert. Das WC ist auf dem Gang und die Duschen im Hof auf dem Campingplatz. Alles sehr einfach, aber sauber und gemütlich. Wir essen noch eine Kleinigkeit und warten auf Kai, der erst gegen 23 Uhr ankommt. Schnell ist das Material aus dem Bus geladen und nach einem weiteren Bier löst sich die Gruppe auf, denn morgen um 7:45 Uhr gibt es Frühstück.

Samstag 10. April 2010
Nach einem leckeren Frühstück geht es um 9:30 Uhr zum Briefing. Neben Thermik- und Hangfliegen wollen wir im Kurs die geforderten Flugmanöver ablegen. Da das Wetter nicht nach Thermikflug und etwas unbeständig aussieht, haben wir als erste Aufgabe eine Aussenlandung. Dies bedeutet, dass sich jeder ein schönes Stück Wiese und nicht den Landeplatz zur Landung aussuchen soll. Ich bin schon etwas nervös, denn seit September 2009 hatte ich keinen Höhenflug mehr.
Da einige der Teilnehmer am Streckenseminar den Landepltz noch nicht kennen, beschließen wir gemeinsam mit den A-Schülern eine Landeplatzeinweisung zu machen.

Landeplatz Steinfeld
Landeplatz Steinfeld
Landeplatzeinweisung
Landeplatz Einweisung

Danach geht es zum Startplatz, wo die A-Scheinschüler ihre ersten Abgleiter wagen. Leider frischt der Wind auf und die Starts werden anspruchsvoller bis Kai den Schulungsbetrieb abbricht. So packen wir unsere Schirme ein und treten den Weg nach unten mit dem Bus an.

Startplatz Steinfeld
Startplatz Steinfeld

Warten auf den Bus
Warten auf den Bus

Auch nach einer ausgedehneten Mittagspause ist der Wind immer noch zu stark für einen Start. Also nehmen wir die Busse und fahren zum Groundhandling auf den Landeplatz. Wolfgang uns ich sind hierbei schon recht starkwinderfahren und eine der Ersten, die den Schirm oben haben. Es klappt richtig gut und auch andere packen aus. Nach etwa zwei Stunden haben wir genug und es geht zurück. Kai macht noch eine Stunde Theorieunterricht zum Thema Zentriertechnik in der Thermik für die B-Schüler. Der Tagesabschluß ist ein deftiges Essen im Bergfriede.

Sonntag 11. April 2010
Das Wetter ist ruhig und wir fahren nach dem Briefing zum Startplatz. Unsere Übung ist die Aussenlandung. Wir sollen nach Osten über Greifenburg fliegen und uns eine gute Landewiese suchen. Treffpunkt soll dann der Spar-Markt am Ortsende sein, wo uns der Rückholbus aufsammeln soll. Ich bin schon sehr aufgeregt und frage nochmal Kai, was ich zu beachten habe. Der meint nur, dass der Gleitwinkel ausreichen sollte, um über Steinfeld zu kommen und den Rest würde ich schon schaffen. Also Fertigmachen und Start. Ich komme gut raus und fliege erstmal vom Hang weg, um dann nach links Richtung Steinfeld abzudrehen. Der Ort kommt näher und ich überlege, ob das wohl reichen wird.  Ich entscheide mich weiterzufliegen und halte ständig Ausschau nach einer Landemöglichkeit. Der Talwind ist stärker als vermutet und ich sinke mehr als erwartet. In Steinfeld gibt es keine freie Fläche und ich hoffe bis zum Ortsrand zu kommen. Ich sehe die Wiesen und die ersten Aussenlander, stelle aber fest, dass es für mich nicht reicht. Der Parkplatz beim Spar ist nicht groß genug und so bleibt mir nur die Strasse. Zum Glück ist Sonntag und kein Verkehr und so komme ich sicher auf der Strasse runter. Schnell packe ich den Schirm zusammen und mache mich auf zum Spar-Markt, der keine 100 m entfernt ist. Die Übung ist geschafft, aber das nächste mal schätze ich die Höhe besser ein. Ich melde mich per Funk und einige andere Piloten stapfen heran. Kurz darauf ist der Bus da und es geht wieder hoch zum Startplatz.

20100411 Steinfeld Aussenlandung
Erste Aussenlandung

Nun sind die Übungen Klapper und schnelle 8 dran. Beides ist kein Problem, auch wenn ich ein paar Sekunden zu langsam bin. Das werde ich aber im Laufe der Woche schon schaffen und auch die Punktlandung bekomme ich bestimmt noch hin.
Vom Startplatz wird Schneefall heruntergefunkt und so machen wir uns zur Mittagspause auf zum Bergfriede. Da es am Nachmittag weiter nass und ungemütlich ist, fahren wir mit Bus und Autos das Tal Richtung Lienz ab. Kai erklärt uns die einzelnen Bergflanken, denn in den nächsten Tagen wollen wir versuchen auf Strecke zu gehen.

Elke, Alex, Kai
Da könnte es Thermik geben

Montag 12. April 2010

Das Wetter meint es nicht all zu gut mit uns, an Thermik und Streckenflug ist erstmal nicht zu denken. Drum wollen wir die B-Scheinübungen vervollständigen. Am Startplatz gibt es immer mal wieder einen leichten Schneeschauer, aber für einen Abgleiter reicht es. Meine schnelle 8 ist nun im Kasten, aber bei der Landung verschätze ich mich mal wieder. Wolfgang meint, das war eine echte Häschenlandung.
Am Nachmittag bleibt es trübe, aber wir üben dennoch weiter. Eine Gewitterfront zieht auf und Kai holt mich als letzte Starterin mit Ohren anlegen und Beschleuniger auf den Landeplatz runter. Langsam fragen wir uns, ob es mit unserem Streckenflug noch etwas wird.

Elke und Stefan
Warten auf den Start



Dienstag 13. April 2010
Wir stehen auf und das Wetter ist weiter unbeständig. Kai befragt das Internet und telefoniert. Kurz darauf steht es fest, wir fahren nach Sillian, etwa 60 km Luftlinie hinter Lienz. Wolfgang glaubt nicht an das bessere Wetter und bleibt in Steinfeld, die anderen verteilen sich auf Bus und Autos und fahren los.
Zunächst geht es zur Flugschule, um die Formalitäten abzuklären und dann zur Landeplatzbesichtigung. Es hängen immer noch Wolkenfetzen an den Bergen, aber es könnte besser werden. Rauf geht es zum Startplatz und alle machen erstmal einen Abgleiter.

Startplatz Sillian
 Startplatz Sillian

Sillian
Landeplatz Sillian

Der Himmel wird klarer und schon bald stehen wir wieder am Startplatz, diesmal mit blauen Löchern am Himmel. Die Eersten starten und könen sich halten. Nun wollen wir alle raus. Ich bin gespannt, ob ich das mit Hangwind und Thermik schaffe. Ich starte und mein Vario piepst. Ich fliege Hang-Achten und gewinne Höhe. So sehe ich zum ersten mal den Startplatz von oben, ein geiles Gefühl. Ich finde Thermik und kann mich weiter nach oben arbeiten. Über Funk meldet Stefan, dass er auf 2700 m ist, Wahnsinn, ob ich mich das auch mal traue. Im Moment bleibe ich lieber im Fluggebiet und steige nur einige 100 m , die ich dann auch wieder abbaue. Kai fliegt auch und ermutigt Jochen und Sebastion über Funk zu einem Streckenflug. Ich sehe sie Richtung Westen fliegen und beneide sie etwas. Aber im Moment ist für mich der Wechsel zwischen ein wenig Thermikfliegen und Hangsoaring genau das Richtige. Nach einer Weile merke ich, wie kalt es doch in der Höhe ist, vor allem die Finger frieren. ich bin aber so glücklich und stolz auf mich, dass ich die Kälte vergesse und einfach weiterfliege. Es ist gigantisch, die Berglansdschaft von oben zu geniessen. Irgendwann wird mir aber doch zu kalt und ich denke ans Landen. So einfach ist das Runterkommen aber auch nicht, das braucht schon eine Weile. Nach der Landung schaue ich verblüfft auf mein Vario: Ich war 70 min in der Luft. Wahnsinn, so lange kam mir das gar nicht vor. Ich bin total happy, mein Kursziel habe ich nun eigentlich schon erreicht, denn ich wollte einfach nur mal mehr als eine halbe Stunde in der Luft sein.
Da nicht nur mir kalt ist, gehen wir gemeinsam in ein nahegelegenes Kaffee, wo wir auch die Streckenflieger treffen. Neben Jochen und Sebastian war auch Stefan mit auf Strecke gegangen und alle waren nahe beieinander in Italien gelandet. Es waren wie sich nachher bestätigt über 10 km und so haben die 3 ihren 10 km Flug für den B-Schein in der Tasche.

Jacek, Verena, Ugur

Kaffeepause

Am Nachmittag geht es noch an einen zweiten Startplatz bei Sillian, aber ich habe nach meinem super Flug genug. Ich schaue zu, wie die anderen einen Abgleiter ins Tal machen. Dann fahren wir zurück nach Steinfeld. Wolfgang ist überrascht, dass das Wetter so gut mitgespielt hat und ist stolz auf meinen Stundenflug.
Kai beschließt für den nächsten Tag mit allen Kursteilnehmern nach Sillian zu fahren. Dies heißt für die A-Schüler früh aufstehen, denn die Busse sollen um 6:30 Uhr abfahren. Alle anderen können ausschlafen und erst gegen 9 Uhr mit Autos nachkommen.

Mittwoch 14. April 2010
Wie besprochen fahren die Teilnehmer des Streckenseminars um 9 Uhr ab nach Sillian. Das Wetter ist alles andere als berauschend und auch die telefonischen Meldungen aus Sillian lassen nur wenig hoffen. So treffen wir auch die A-Schüler nach einer guten Stunde Fahrt wartend im Kaffee und es ist auch wenig Besserung in Sicht. Kai fährt zur Flugschule, um den Wetterbericht abzurufen und einige gehen Einkaufen. Das Wetter soll unbeständig bleiben und so geht es ohne Flug zurück. Viele A-Schüler haben richtig einen Hals, denn früh aufstehen nur für einen Kaffee macht wirklich keine Laune.
Zurück in Greifenburg zeigt uns Kai, wie eine Baumrettung im Prinzip abläuft, das Beste, was wir bei dem Wetter machen können.

Stafan und Kai
Stefan und Kai

 Clemens, Kai, Wolfgang
Baumrettung

Willy
Willy in action

Am späten Nachmittag wird das Wetter besser und wir fahren hoch zum Wiesfleckerl. Hier kommen Erinnerungen an meine A-Scheinschulung hoch. Diesmal sind wir aber aufgerufen für die A-Scheinschüler die Windverhältnisse zu prüfen. Also machen wir uns an den Start und einer nach dem anderen segelt Richtung Campingplatz. Die Bedingungen sind OK und so kommen fast alle zu einem Übungsflug. 
Nach der Landung meint Kai, dass sich jetzt noch ein Start von der Emberger Alm lohnt. Nicht alle glauben daran und so reicht ein Bus für die Auffahrt. Zum Startplatz müssen wir noch einige 100 m laufen und ich hoffe nur, dass ich nicht wieder zurück muß, denn einige male sacke ich im Schnee ein. Am Startplatz ist so gut wie kein Wind und er ist zudem sehr flach. Ein Start wird also alles andere als einfach und nur eine Handvoll Piloten packt aus. Ich bin nervös, denn ohne Wind starten bedeutet viel Rennen. Die ersten beiden Piloten sind draussen und ich versuche mein Glück. Der Schirm kommt hoch, aber ich habe viel zu weit hinten ausgelegt und ich kann den Schirm nicht bis zur Kante halten. Also Einpacken und noch einmal von vorne. Jetzt ziehe ich den Schirm etwas schief auf und muß den Start abbbrechen. Das geht ganz schön auf die Kondition und ich gebe mir noch einen Versuch. Kai macht mir Mut und ich versuche einen dritten Start. Der Schirm kommt super über mich, aber dann rutsche ich auf einem Schneerest aus. Mist, ich bin fertig und mag eigentlich Einpacken. Ich bin total naß geschwitzt und keuche wie eine kleine Dampfmaschine. Die anderen legen aber schon wieder den Schirm aus und Kai meint, dass es jetzt klappen wird. Also nochmal konzentrieren, Schirm aufziehen und ich bin in der Luft. Nun schnaufe ich erstmal durch und gleite Richtung Greifenburg. Die Abendstimmung ist herrlich und ich freue mich, dass ich nicht aufgegeben habe. Das ist genau das, was ich mir schon immer erhofft habe; durch die abendliche Luft gleiten und einen herrlichen Blick haben. 
Der Landeplatz Greifenburg kommt in Sicht, aber ich bin so hoch,  dass ich weiterfliege und in Steinfeld landen möchte. Ich fliege über das Wiesfleckerl und winke denn A-Scheinschülern zu. Der Wind kommt von Westen und treibt mich weiter nach Steinfeld. Nun sehe ich den Landeplatz, bin aber immer noch so hoch, dass ich den Überflug über Steinfeld wage. An der Landeplatzfahne sehe ich zwar, dass der Wind auf Ost gedreht hat, aber diesmal sollte es reichen, bis auf die Wiesen hinter Steinfeld zu kommen. Über Funk ruft einer, dass der Wind gedreht hat und ich wundere mich kurz über die Nachricht, denn das war mir schon klar. Hinter Steinfeld sehe ich erst Jacek auf einer Wiese, dem ich von oben zuwinke und dann einige andere, die gelandet sind. Da der Wind gedreht hat brauche ich nicht mehr wenden, sondern kann kann gemütlich ausgleiten und landen. Es ist ein super genialer Flug mit einer guten Landung. Nach dem Einpacken laufe ich zu den andern und höre, dass die Meisten den Wind falsch eingeschätzt und daher über Funk den Richtungswechsel durchgegeben haben. Ich rufe Wolfgang an, der uns zusammen mit Willy abholen kommt. Ich bin von diesem Flug ganz high und stelle am Abend fest, dass ich damit auch den 10 km Flug geschafft habe. Vielen Dank an Kai, der mir am Start so gut  zugeredet hat.

Der obere Punkt bin ich
Über dem Wiesfleckerl mit A-Scheinschüler

20100414 Emberger Alm
10 km Flug


Donnerstag 15. April 2010
Heute habe wir super Wetterbedingungen und nun sollte es mit einem Thermikflug klappen. Im heutigen Briefing geht es darum den Streckenflug zu planen. Neben Wetter ist die eigene Einschätzung besonders wichtig. Wie lange glaube ich fliegen zu könenn, wie schätze ich meine Fähigkeiten ein, wie ist mein heutiger Zustand, alles Fragen mit denen sich jeder Einzelne vor dem Flug beschäftigen soll. Ich lege als Strecke einen Flug von Steinfeld zur Emberger Alm und zurück fest, wenn es mir gut geht auch noch weiter. Zuerst machen wir alle noch einen Abgleiter mit den letzten Übungen, da die Thermik erst gegen Mittag einsetzen soll. Beim zweiten Start hilft Kai allen per Funk die Thermik zu finden.


Startplatz Steinfeld
Fertigmachen zum Thermikflug

Nach einer Weile bin ich dran und lege einen guten Start hin. Am Hang ist nicht viel Höhe zu machen und Kai schickt mich Richtung Greifenburg. Das Vario zeigt nur Sinken und ich schaue ständig nach links, um einen Aussenlandungsplatz auszumachen. Endlich piepst das Vario und auch Kai meint Eindrehen. Ich kreise und mache wirklich langsam Höhe. Nach einer Weile ist es aus und ich fliege weiter Richtung Greifenburg. Kai kann mir nun nicht mehr helfen und ich bin auf mich gestellt. Nach kurzer Zeit piepst das Vario wieder und ich kreise ein. Es funktioniert und ich mache Meter für Meter gut. Ein Blick zum Hang läßt mich aber kurz abdrehen, aber ich finde den Bart wieder. Genial denke ich, die erste wiedergefundene Thermik, ich bin einfach nur glücklich. Immer weiter schraube ich mich nach oben und ich beobachte mein Vario. Bei 2000 m wir mir langsam etwas mulmig, denn das ist schon ganz schön hoch. Bei 2200 m mache ich ich ab zur Emberger Alm, denn diese Höhe sollte sicher reichen. Ich freue mich riesig über die Höhe und die Ausblicke, allerdings ist die Luft etwas ruppig. Bei der Emberger Alm angekommen gibt es Thermik, aber ich beachte das nicht weiter, da der Flug ein wenig ungemütlich ist. Ich will es für heute nicht übertreiben und mache mich auf den Rückflug. Die Höhe reicht genau um bis zum Landeplatz Steinfeld zu kommen. Ich war 47 min in der Luft und habe meine Aufgabe erfüllt. Fliegen ist einfach nur geil.
Vom Landeplatz aus sehe ich Wolfgang in der Luft, der nicht auf Strecke geht, sondern am Hang einfach nur hin und her fliegt. Auch er hat einen super Flug und landet auf dem Steinfelder Landeplatz.

Wolfgang
Wolfgang in der Luft

Wolfgang
Landung
 


Nach einer gemütlichen Pause fährt mich Wolfageng nochmal zum Startplatz. Unterwegs treffen wir Kai mit dem Bus auf dem Weg nach unten. Ich bin also die Einzige am Startplatz, ein komisches, aber auch schönes Gefühl. Wolfgang wartet bis ich gestartet bin und fährt zum Landeplatz. Ich mache einen richtigen Genußflug  ohne Übungen oder Aufgaben. Endlich schaue ich mir mal den Campigplatz von oben an, fliege noch über Radlach und lande auf den Punkt in Steinfeld. Das war ein herrlicher Flugtag!!!

Freitag 16. April 2010
Das Wetter ist nicht wirklich mit uns und so machen wir am Vormittag erstmal Papierkram. Ich habe alle Übungen für den unbeschränkten Luftführerschein, den 10 km Flug und 8 von 10 der 30 min. Flüge. Gegen Mittag fahren wir auf die Emberger Alm. Dort haben wir Seitenwind und ich entscheide sofort, dass ich nicht starte.

Emberger Alm
Startplatz der Drachen auf der Emberger AlM

Drachenstart
Drachenstart

Stefan
Stefan startet

Nur einige von unserer Gruppe wagen den Start, der Rest wartet auf eine Mitfahrgelegenheit nach unten. Die Bedingungen werden zwar besser, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung und fahre mit Wolfgang und einer netten Fluglehrerin nach Greifenburg.
Nach dem Abholen der Aussenlander heißt es erstmal Warten und den A-Schülern Daumen drückern, denn die Ersten haben heute Prüfung. Am Nachmittag fahren wir noch zwei mal an den Startplatz Wassertheuer. Leider kann sich keiner von uns halten und so bleibt es bei allen mehr oder weniger bei einem Abgleiter.

Startplatz Wassertheuer
Startplatz Wassertheuer Blick Ost

Startplatz Wassertheuer
Startplatz Wassertheuer Blick West

Am Abend sind wir alle im Fliegercamp Greifenburg und feiern die ersten bestandenen Prüfungen. Den Absacker gibt es natürlich auf dem Campingplatz Bergfriede und so geht eine geniale Flugwoche für uns zu Ende.

Abschluß Greifenburg
Abschluß im Fliegercamp Greifenburg

Samstag 17. April 2010 
Mit einerm lachenden und einem weinenden Auge fahren Wolfgang und ich heute weiter nach Italien. Einige Piloten bleiben noch über das Wochenende, aber wir machen uns ab zum Trainingscamp Italia im Ambra. 

Landeplatz Steinfeld
Abschied vom Landeplatz Steinfeld

12. August 2009

A-Scheinkurs Greifenburg

Nachdem ich im Juni meinen ersten Flug gemacht hatte, war ich Feuer und Flamme und nutzte jede Gelegenheit für einen Flug unter Kai's Anleitung. Leider kamen wetterbedingt nicht so viele Flüge zusammen und auch kein einziger Start mit 100m Höhendifferenz. Also war für Greifenburg ein straffes Programm angesagt, um die 40 Höhenflüge für die A-Scheinprüfung zusammen zu bekommen.

Freitag 31. Juli 2009
Gegen 12 Uhr fahren Wolfgang und ich mit 2 Gleitschirmen im Gepäck in Richtung Greifenburg. Natürlich ist wegen Ferienbeginn viel Verkehr und wir geraten von einem Stau in den anderen. Der Tauerntunnel konnte nur in Blockabfertigung befahren werden und so gehen wir auf die Ausweichstrecke Felbertauern. Gegen 21:30 kommen wir endlich im Hotel Post an und kurz darauf treffen wir Kai und andere Teilnehmer im Fliegercamp. Glücklicherweise gibt es auch etwas zu Essen und nach Bieren fallen wir ins Bett, morgen geht es um 7:30 Uhr los.

Samstag 01. August 2009
Ich stehe pünktlich um 7:30 Uhr an der Rezeption des Campingplatz und lerne weitere Teilnehmer des A-Schein Kurses bei Kai kennen. Zunächst müssen wir einige Formalitäten erledigen und dann geht es endlich an den Landeplatz. Hier erklärt Kai die unterschiedlichen Landevolten für die verschiedenen Windrichtungen.
Landevolten
Landevoltenerklärung

Danach fahren wir mit Taxibussen an den Startplatz Wiesfleckerl. Da oben werden uns die Knie doch etwas weich, denn der Landeplatz liegt gaaaaaanz weit unten. Martin unser österreichischer Fluglehrer am Startplatz ist ein ganz Ruhiger und macht erstmal die Einweisung. Das beruhigt dann sehr.
Landeplatzblick
Landeplatzblick

Startplatz Wiesfleckerl
Startplatz Wiesfleckerl

Die Ersten sind schnell dabei und bald ist die Wiese mit bunten Schirmen bedeckt. Vor jedem Start kontrolliert Martin das Gurtzeug und die Leinen und ab geht es. Schon bald bin ich dran und ich habe weiche Knie. Martin kontrolliert und dann habe ich Startfreigabe. Schirm aufziehen, Kontrolle, Laufen und dann fliege ich. Ein irres Gefühl endlich richtig Luft unter mir zu haben. Kai übernimmt per Funk den Flug und die Landeeinweisung. Ich flige über das Restaurant zur Position an der Beachflag und drehe meine Kreise bis Kai mich in den Gegenanflug schickt. Im Queranflug raus aus der Sitzposition und im Endanflug leicht Anbremseen und schon stehe ich perfekt auf der Landewiese: Endorphine pur. Wenn ich es vorher noch nicht gewußt habe, jetzt ist klar, Fliegen ist das Größte! Wolfgang steht am Platz und freut sich mit mir und auch Hans-Jürgen gratuliert zum ersten Höhenflug.
Landung nach erstem Höhenflug
Landung nach erstem Höhenflug

Der Vormittag vergeht wortwörtlich wie im Flug. Mittags haben wir eine eine längere Pause, denn Thermik ist für uns Anfänger noch nicht zu Fliegen. Leider habe ich meine Schwimmsachen im Hotel, eine Abkühlung im See wäre das Richtige gewesen. Morgen nehm ich die aber mit!
Am Nachmittag treffen wir uns auf dem Zeltplatz, um den Beschleuniger einzubauen. In kleinen Gruppen hantieren wir mit Gurtzeug und Leinen und werden von Kai und Martin kontrolliert. Anschließend markieren wir noch die äußeren A-Leinen. Diese müssen zum Manöver "Einklapper" gezogen werden und die Markierung erleichtert die Orientierung in der Luft.
Beschleuniger einbauen
Uli, Jan und Sebastian beim Einbau des Beschleunigers

Markierung äussere A-Leinen
Markierung der äusseren A-Leinen

Im Anschluß geht es zum Wiesfleckerl hoch. Leider haben wir Rückenwind und können nicht mehr starten. Drum geht es mit den Taxibussen wieder runter.
Abends bin ich völlig erledigt und wir essen nur eine Kleinigkeit am Campingplatz bevor ich ins Bett falle.

Sonntag 02. August 2009
Heute geht es um 6:30 Uhr am Badeseeeingang los. Mit 4 Bussen geht es zum Wiefleckerl, wo es mit 30 Fliegern schon etwas eng wird. Erst nach einigen Flügen entspannt sich die Lage etwas, weil sich die Gruppe auf Startplatz, Landeplatz und Busse verteilt. Wolfgang kommt gegen 9 mit geschmierten Brötchen zum Landeplatz und betätigt sich dann als Fotograf, er will erst am Mittag vom hohen Startplatz Emberger Alm fliegen.
Aufziehen
Schirm aufziehen

Anbremsen
Schirm anbremsen

Fliegen
Fliegen

Jetzt fliegen wir zum ersten mal eine Acht auf dem Weg zum Landeplatz, was auch Teil der Prüfung ist.
Mittags setzt die Thermik ein und Wolfgang und ich haben diesmal die Badesachen dabei und gehen zum Badesee. Es ist wirklich sehr heiß und beim Tragen von Gurtzeug und Schirm kommt man ganz schön ins Schwitzen, da tut die Pause im kühlen Naß richtig gut.
Gegen 15:30Uhr treffen wir uns am Simulator. Kai erklärt die Benutzung des Beschleunigers und das Manöver "Ohren anlegen".
Briefing am Flugsimulator
Erklärungen am Simulator


Danach dürfen wir das theoretisch Gelernte auch praktisch anwenden. Leider setzt auch bald wieder der Rückenwind ein und nach 2 Flügen müssen wir Schluß machen. Am Campingplatz gibt es noch ein kurzes Briefing für den nächsten Tag und Andreas macht einen genialen Vorschlag. Damit es am Morgen nicht wieder zu einem Startstau kommt, fahren die Busse gestaffelt. 6:15 Uhr der erste und dann im Abstand von 15 min die weiteren. Eine Liste geht rum und ich trage mich für den ersten Bus ein. Schließlich bekomme ich so oder so kein Frühstück im Hotel.
Abends treffen sich Einige zum Essen beim "Leitner" und natürlich sind die Tageserlebnisse das Thema.

Montag 03. August 2009
Wie verabredet stehe ich um 6:15 vor dem Schwimmbadeingang und sitze kurz darauf mit Martin und 6 weiteren Schülern im ersten Bus. Wir können alle in Ruhe die Schirme auslegen, bevor der nächste Bus anrollt. Das entspannt die Situation ungemein. Heute lernen wir einen "seitlichen Einklapper" mit den äußeren A-Leinen zu provozieren und ich fliege meine erste selbstständige Landeeinteilung. Es ist gar nicht so einfach in der Position die richtige Höhe für den Gegenanflug einzuschätzen. Das Landegelände ist aber so groß, dass es auch kein Problem ist, wenn man sich verschätzt.
Leider ist nach 2 Flügen schon Schluß, denn schlechtes Wetter zieht auf. Wir sehen eine Wolkenmasse über den gegenüberliegenden Berg quellen und später sehen wir auch das Gewitter in einiger Entfernung, also mit den Bussen runter zum Landeplatz und etwas Theorie machen.
Wolken schieben sich über den Kamm
Wolken schieben sich über den Kamm

Schlechtes Wetter kündigt sich an
Gewitter ein Stückchen weiter

Es fängt an zu Regnen und zu Gewittern und so haben wir den Nachmittag zur freien Verfügung. Ein wenig ausruhen und dösen tut mir gut, Fliegen ist ganz schön anstrengend.
Abends gehen wir mit Hans-Jürgen zum "Schober" und treffen dort natürlich auch andere Flieger.

Dienstag 04. August 2009
Heute darf ich ausschlafen und ausnahmsweise im Hotel frühstücken, denn Treffpunkt ist wegen des schlechten Wetters erst um 8:30 Uhr. Da es immer noch wolkig ist und die Nebelschwaden durch das Tal ziehen, sehen wir uns erstmal Lehrfilme zu Start und Landung an. Gegen 10 Uhr reißt der Himmel etwas auf und wir können Starten. Unser heutiges Manöver heißt Rollen, was mir sehr leicht fällt. Am Landeplatz fotografiert Wolfgang meine Fortschritte.
Sol Prymus 3
Hoch in der Luft

Sol Prymus 3
Landevorbereitung

Sol Prymus 3
Perfekte Landung

Leider war es auch schon mit dem einen Start, denn es gibt Föhnwarnung und so heißt es Abbruch. Bei einer nahegelegenen Gipfelwindmeßstation wurden 70 Km/h Windgeschwindigkeit gemessen, aber hier am Lendeplatz merkt man davon nichts. Das zeigt, dass man beim Fliegen immer aufmerksam den Wetterbericht lesen muß, denn von heftigen Winden sollte man nicht überrascht werden.
Am Nachmittag fahren wir nach Steinfeld, um den Landeplatz zu besichtigen. An Fliegen ist nicht zu denken, denn jetzt sind die Föhnwolken auch deutlich am Himmel zu erkennen. Auch ohne Start haben wir viel glernt, denn Wetterkunde ist eines der wichtigsten Dinge beim Gleitschirmfliegen.
Landevolten
Landevolten in Steinfeld

Föhn
Wolkenkunde

Cumulus lenticularis
cumulus lenticularis (Föhnwolke)

Mittwoch 05. August 2009
Heute geht es wieder mit 4 gestaffelten Bussen um 6:15 Uhr auf das Wiesfleckerl rauf. Leider haben wir Pech und müssen lange Warten bis der Rückenwind aufhört. Am Vortag mußte jeder bei Kai einen Zettel mit Manövern abgeben, die er auf den ersten 3 Flügen fliegen will. Ich habe im ersten Flug meinen Beschleuniger, den ich umbauen mußte ausprobiert und dann ging es noch ans "Ohren anlegen", was eine höhere Sinkrate erzeugt. Im zweiten Flug ging es ans freihändige Fliegen mit Beschleuniger an den Brummelhaken aus- und einhängen und das Steuern mit den D-Leinen. Zum Abschluß des Vormittags gab es noch eine 8 auf Zeit, denn in der Prüfung muß dieses Manöver in 35 sec. geflocgen werden. Mit 32 sec. habe ich zwar nicht viel Spielraum, aber es gibt auch keine Pluspunkte für eine schnellere 8.
Warteschlange
Buswarteschlange

Johannes
Johannes unser Drachenpilot

Nachmittags komme ich nur noch zu einem Flug, aber der bringt mich etwas nach oben. Mein erster Kontakt mit Termik. Es ruppelt zwar etwas, aber es ist schon ein geiles gefühl, wenn es etwas aufwärts und nicht nur abwärts geht.
Am Abend beim "Schober" müssenn wir Hartmut etwas beruhigen, denn er hat am nächsten Tag Prüfung. Er ist unheimlich nervös, was eigentlich gar nicht nötig ist, denn er macht seine Sache gut. ich frage mich, ob ich wohl auch noch in dieser Woche Prüfung machen kann, denn ich habe bisher nicht so viele Starts gemacht und so bin ich schon am überlegen, ob ich nicht ein Wochenende in Andelsbuch zur Vervollständigung meiner Ausbildung brauche.

Donnerstag 06. August 2009
Heute fahren wir um 6:45 Uhr nach Steinfeld, denn am Wiesfleckerl machen 6 aus unserer Gruppe Prüfung. Ich treffe noch Jochen und wünsche ihm alles Gute.
Der Startplatz Steinfeld ist beeindruckend, denn er liegt nochmal 200 m höher als das Wiesfleckerl. Aber wir sind alle schon so geübt, dass wir uns schnell an die geänderten Startbedingungen gewöhnen.
Startplatz Steinfeld
Startplatz Steinfeld

Nach meinem ersten Flug treffe och Wolfgang und Thomas, der mal eben fürs Wochenende vorbeigekommen ist am Landeplatz. Beide machen sich auf zur Emberger Alm und ich trainiere weiter mit neuen Manövern wie "Rollen mit angelegten Ohren" und "Nicken. Zwischendurch erhalten wir die Meldung, dass alle Prüflinge bestanden haben und einige kommen auch nach Steinfeld und werden mit großem Hallo begrüßt.
Die Mittagspause verbringe ich alleine am See, ich brauche etwas Ruhe, denn durch die Sonne ist es tierisch heiß und in Steinfeld müssen wir einige Meter mit Gepäck den Berg rauflaufen. Starts und Landungen am Nachmittag klappen ganz gut, aber ich habe immer noch zu wenig Flüge für die Prüfung.
Am Abend feiern wir die bestandenen Prüfungen bei "Leitner" und die ersten reisen schon ab, die Gruppe wird kleiner.
Freitag 09. August 2009
Langsam gewöhne ich mich an das frühe Aufstehen, eigentlich ist es wie zu Hause, wenn ich in die Firma muß. Karla unsere Jüngste mit 16 Jahren und Axel ihr Vater haben heute Prüfung und während wir in Steinfeld die Schirme auslegen, könen wir ihren Prüfungsflug aus der Ferne beobachten. Wir brauchen uns bei ihr keine Sorgen machen, sie steckt die Prüfungssituation sicherlich am Besten von uns allen weg. Schülerin müßte man eben sein.
Am späteren Vormittag kommen die beiden auch vorbei und sind ganz stolz auf die bestandene Prüfung.
Martin
Martin bei der Mittagspause


Am Nachmittag fahren Thomas und Wolfgang mit mir und dem Passat nach Steinfeld und Wolfgang übernimmt einige Auffahrten zum Start, damit ich nicht auf den Bus warten muß. Für den nächsten Tag stehen weiter 10 Prüfungen an, ein wenig traurig bin ich schon, dass mir immer noch einige Starts fehlen. Wolfgang erzählt mir aber, dass er von Kai für den nächsten Tag als Fahrer für mich auserkoren ist. Vielleicht kommen doch noch genügend Starts für die Prüfung zusammen.

Samstag 08. August 2009
Da wir die letzten Tage immer in Steinfeld geflogen sind, machen die heutigen Prüflinge ihre Flüge auch dort. So können wir anderen die Prüfung hautnah miterleben. Zuerst ist die Landung dran. Martin steht zwar mit am Start, aber gibt keine Unterstützung mehr. Alle müssen selbstständig entscheiden, wann der Wind passend ist und sie rausgehen können. Andreas ist auch dabei und ich mache Fotos von ihm. Aber was ist das? Startabbruch!
Es sah alles super aus und wir konnten uns den Abbruch nicht erklären bis er wieder nach oben gestapft ist und erzählt, dass ihm das Vario vom Beim gerutscht war. Tja, das sollte man vor dem Start am Gurtzeug sichern und ich frage mich ausserdem, wozu braucht der Typ jetzt schon ein Vario?
Andreas
Andres beim Sortieren der Leinen

Andreas
Aufziehen

Andreas
Abbruch


Die weiteren Starts der Prüflinge klappen einwandfrei und kurz darauf kann ich auch starten. Das klappt mittlerweile sehr gut und auch der Kontrollblick ist einwandfrei. Allerdings verschätze ich mich bei der Landeeinteilung und muß auf dem Acker hinter der Landewiese landen. Kais Kommentar: Gut, dass Du die 25 € Prüfungsgebühr nicht gezahlt hast. Ich ärgere mich natürlich tierisch, andererseits war es halt kein Prüfungsflug. Nach dem Zusammenpacken erfahre ich, dass auch 3 Prüfungslandungen zu weit waren und daher morgen wiederholt werden müssen, zusammen mit mir. Ich darf also Prüfung machen auch wenn die Flugzahl etwas unter der geforderten Anzahl ist.
Wolfgang fährt mich zum Start, wo mittlerweile Jochen der Prüfer die Starts abnimmt. Ich setze mich auf die Wiese und warte. Da spricht Jochen mich an und meint, dass ich doch morgen Prüfung mache. Ich sage Ja und er macht mir einen super Vorschlag. Damit er morgen nicht mehr an den Startplatz muß, denn bei den Nachprüfungen muß er nur Landungen abnehmen, würde er sich heute schon meinen Start ansehen. Wenn er in Ordnung ist, gilt das schon für die Prüfung, ansonsten hätte er nichts gesehen. Klasse, aber nun werde ich nervös. Ich lege sorfältig den Schirm aus, sortiere die Leinen und warte, bis ich dran bin. Jochen fragt mich nach dem 5-Punktecheck und ich kontrolliere Gurtzeug und Helm, Leinen, Kappe, Luftraum und Wind. Jetzt gilt es, ich ziehe den Schirm auf laufe los und vergesse fast den Kontrollblick. In der Luft denke ich schon, das war's, aber da funkt Jochen: "Na, der Kontrollblick ist ja noch gekommen" und so habe ich den ersten Teil der Prüfung schon in der Tasche. Die Landung klappt jetzt auch und schon sitze ich wieder im Auto zum Startplatz.
Nach 2 weiteren Starts machen wir Mittagspause und leider sehen wir am Horizont dunkle Wolken. Neben mir werden morgen noch Achim, Andreas und Willy zur Prüfung an den Start gehen. Mich beruhigt dies, denn ganz alleine zu starten ist schon sehr komisch. Kai organisiert bereits die Fahrerei, Wolfgang soll die 4 Prüflinge mit Gerätschaft an den Start in Steinfeld fahren und Kai folgt mit einem Tandemfluggast. Für mich ist es richtig beruhigend zu wissen, dass Kai dabei ist, auch wenn er uns nicht helfen darf.
Leider fängt es am Nachmittag noch an zu regnen und so gibt es keine Flug mehr. Hoffentlich klappt das morgen mit der Landeeinteilung...
20090807 Steinfeld
Flugroute in Steinfeld


Abends verabreden wir uns mit Achim und Andreas und natürlich Thomas im "Schober", damit die Prüflinge noch etwas abgelenkt werden. Später wollen wir noch Martin auf dem Dorffest treffen, was aber leider nicht klappt. So komme ich doch recht zeitig zum Schlafen, was ich erstaunlicherweise auch sofort tue.

Sonntag 09. August 2009
Wolfgang und ich fahren gegen 6:45 zum Campingplatz, denn um 7 Uhr ist Treffpunkt. Ich bin schon sehr nervös und froh nicht fahren zu müssen. Am Platz treffen wir Willy und Achim und kurz drauf kommt Kai mit einer Planänderung. Wolkenfetzen und Nebelschwaden hängen am Hang und so ist Tempo angesagt und die Prüfung findet am Wiesfleckerl statt, weil das näher ist. Andreas kommt und wir packen die Gurtzeuge in den Passat und jeder hat seinen Schirm auf dem Schoß. Der Tandemflug von Kai fällt wegen des Wetters aus und so setzt er sich selbst ans Steuer und ab geht's. Am Startplatz packen wir schnell aber mit Ruhe die Schirme aus und zum Glück stimmt die Windrichtung. Kai funkt Jochen am Landeplatz an und dann kann es auch schon losgehen. Ich habe Sorge wegen der 8, die ich fliegen muß, denn von diesem Startplatz aus hat man nicht immer genug Höhe. Kai managed aber auch die Klippe und organisiert, dass ich die 8 nur auf Anweisung vom Prüfer fliegen muß. Meine Güte, da habe ich schon wieder Glück.
Achim startet als Erster und kurz drauf bin ich dran. Irgendwie bin ich jetzt doch ruhig, mache den 5-Punkte-Check und starte perfekt. Ich gleite Richtung Landeplatz und schaue woher der Wind am Landeplatz kommt. Da Achim vor mir ist, ist es natürlich leicht, ich kann ihm einfach hinterherfliegen. Jetzt warte ich auf das Kommando für die 8, denke mir aber schon, daß ich nicht genug Höhe habe. Also fliege ich zur Position, wo ich noch einen Kreis fliege, um die Höhe abzubauen. In Gegenanflug wird klar, dass ich noch zu hoch bin und so weite ich den Queranflug wie gelernt etwas aus. Nun kommt der Endanflug und ich merke, dass ich immer noch sehr weit komme. Ich lande etwa 2-3 Meter hinter der Markierung, zwar perfekt auf zwei Füßen, aber doch etwas zu weit. Ob ich nochmal wiederholen muß? Ich packe den Schirm zusammen und gehe zu Jochen, der mir einfach nur gratuliert.

ICH HABE MEINEN A-SCHEIN!!!

Jetzt laufe ich zu Wolfgang und falle ihm um den Hals und dann muß ich auch Thomas drücken, der sich meine Landung natürlich angesehen hat. Hinter mir landet Willy, aber davon bekomme ich nicht wirklich etwas mit und auch Andreas Landung sehe ich nur aus dem Augenwinkel, meine Freude ist riesig! Nun gehe ich aber doch zu den anderen und wir gratulieren uns gegenseitig und dann ist auch Kai da, dem ich ebenfalls um den Hals falle. Es ist einfach ein grandioses Gefühl im letzten Moment die Prüfung geschafft zu haben, denn mittlerweile ist der Hang mit Wolken so zugezogen, dass kein weiterer Flug mehr möglich wäre. Es hat für uns 4 gerade so gereicht!
20090809 Prüfungsflug
Prüfungsflug

Wir gehen alle zusammen frühstücken und feiern. Immer wieder kommen Bekannte zum gratulieren und wir reden schon vom ersten "echten" Alleinflug, den wir bald machen wollen.
Am späten Vormittag geht es dann zusammen mit Veronika ab nach Hause.
Es war eine tolle und anstrengende Woche und ich bin froh, dass alles so super geklappt hat. Nun kann ich in Ruhe überlegen wo und wann ich meinen ersten Alleinflug mache.