29. Mai 2010

Savoyer Alpentour

Schon seit Wochen freue ich mich auf die Savoyer Alpentour mit Kai von der Flugschule Hirondelle und hoffe auf besseres Wetter, als bei der ausgefallenen Vogesentour. Mein Ziel ist es die fehlenden B-Scheinflüge zu erfliegen und somit den Schein in der Tasche zu haben.

Samstag 22. Mai 2010
Morgens um 6 Uhr setzen Wolfgang und ich uns ins gepackte Auto und düsen die A5 Richtung Süden hinunter. Der Verkehr hält sich in Grenzen und wir kommen gut durch in die Schweiz. Hier wechseln wir die Fahrerrolle und ich döse vor mich hin, bis wir fast in Frankreich sind. In Annecy gibt es den nachmittäglichen Stau und wir sind fast eine Stunde in der Stadt unterwegs. Danach läuft es besser und wir sehen die ersten Schirme über dem See hängen.
Rechtzeitig zum Briefing um 14 Uhr sind wir auf dem Campingplatz La Nubliere, aber Kai hat Verspätung wegen eines Hubschraubereinsatzes. 30 min. später können wir ihn begrüßen und es heißt auch gleich: Umziehen, Gleitschirme in die Busse und ab auf den Col de la Forclaz. Wir haben also wenig Zeit die bekannten Gesichter zu begrüssen, sondern sitzen sofort in einem der beiden Busse.

Einladen
Einladen

Zunächst geht es zur Landeplatzeinweisung, den ich schon aus 2008 kenne, da allerdings als zuschauender Radfahrer. Nach der Einweisung der unterschiedlichen Landevolten für Gleitschirmflieger und Drachen (wir haben nämlich auch Tilmann als Drachenpilot dabei), fahren wir zum Startplatz.

Landeplatz Doussard
Landeplatz Doussard

Auf dem Startplatz ist viel Trubel, es scheinen alle Franzosen auf den Beinen zu sein. Thorsten Pferdekämper macht die Einweisung. Das Auslegen der Schirme soll man auf den freien Flächen hinter und neben dem eigentlichen Startpaltz machen und ansonsten ist der Controlleur zu beachten. Ich finde den Startplatz beeindruckernd, eine riesige Fläche ist mit Kunstrasen ausgelegt und es können jede Menge Schirme gleichzeitig ausgelegt werden. Nebenan ist noch eine Drachenrampe und alles wuselt.

Startplatz Col de la Forclaz
Startplatz col de la Forclaz

Wir schauen uns die Starts vom Rande an und dabei sind auch viele grauselige Startversuche. Nach einer Weile traut sich der Erste unserer Gruppe raus und ich mache mich auch fertig. Ein wenig nervös bin ich schon, denn mit so vielen Schirmen gleichzeitig war ich noch nicht in der Luft.
Thorsten am Startplatz ist einfach beruhigend und so bin ich auch bald gestartet. Es geht gut und ich soare eine ganze Zeit am Hang entlang. Der Landeanflug ist kein Problem, nur ist die Landung (wie so oft) etwas kurz, aber Hauptsache auf dem Platz! Der Blick auf's Vario zeigt: ein weiterer 30 min-Flug für den B-Schein ist geschafft. Den Abend beschliessen wir mit einem gemeinsamen Grillen.

Grillvorbereitungen
Grillvorbereitungen   



Sonntag 23. April 2010
Das Frühstück soll es um 8 Uhr geben, Wolfgang und ich haben Küchendienst und holen Baguette und Croissants. Tanja und Kalle kochen derweil Kaffee und bald trudeln die Ersten ein. Um 9 Uhr ist Briefing und Kai erklärt uns die kleine Seerunde, die heute mit etwas Glück zu machen ist.

Kleine Seerunde 
Kleine Seerunde

Um 10 Uhr fahren die Busse zum Startplatz mit einem kurzen Stop, um die Seerunde nochmal vor Ort zu besprechen. Die Bedingungen reichen noch nicht, um sich länger in der Luft zu halten und so bleibt es erstmal bei einem Abgleiter. Allerdings ist auch so ruhig, dass ich mich zum ersten mal traue Luftbilder zu machen.

Einweisung kleine Seerunde
Einweisung kleine Seerunde

Luftaufnahme Lac d'Annecy
Lac d'Annec 

Ich fahre natürlich gleich mit dem nächsten Bus nach oben für einen zweiten Start. Diesmal kann ich mich halten und wechsel immer mal wieder zwischen Thermikkreisen und Soaring. Die Höhe für den Abflug zur kleinen Seerunde schaffe ich allerdings nicht, aber ich komme auch so auf meine Kosten. Nach einer guten Stunde fliege ich zum Landeplatz, denn es ist schon ganz schön anstrengend und ausserdem habe ich Hunger.
Am Landeplatz treffe ich Andreas und wir beschliessen uns eine Wurst zu gönnen. Am Kiosk sitzen schon einige unserer Gruppe und bald gesellt sich auch Wolfgang zu uns. Es ist allgemeine Pause bis 17 Uhr angesagt und die tut auch gut.
Nach der Pause mache ich noch einen super Abendflug und laufe zum Campingplatz und der Bolognesesauce, denn Gleitschirmflieger sind immer hungrig!

Startplatz Col de la Forclaz
Junger Pilot

Montag 24. Mai 2010
Heute bleiben wir nicht vor Ort, sondern fahren ein ganzes Stück Richtung Süden. St. Hilaire ist für den Vormittag unser Ziel und nach einer kurzen Landeplatzbesichtigung stehen wir am gut ausgebauten Startplatz.

Startplatz St Hillaire
Startplatz St. Hilaire

Das Starten ist recht einfach und bald füllt sich der Himmel mit den ersten Gleitschirmen. Noch ist die Thermik nicht ausgeprägt und für die Meisten reicht es nur für einen Abgleiter. Das hat aber auch den Vorteil, dass der Bus am Landeplatz schnell wieder voll ist und ich so auch zügig zum zweiten Mal hinauffahre. Mittlerweile hat der Wind allerdings etwas gedreht und kommt sogar teilweise von hinten. Nun heißt es Geduld haben und das richtige Startfenster abpassen. Leider habe ich dann nicht so viel Glück mit der Thermik und bin nach 15 min. am Landeplatz. Ich nutze die Zeit bis es weiter geht, um die Wasservorräte aufzufüllen, denn es ist schon verdammt warm.


Luftaufnahme St Hillaire 
Luftaufnahme St. Hilaire

Am Nachmittag fahren wir weiter zum Lac D'Aiguebelette. Der Landeplatz liegt in einem Naturschutzgebiet und soll zügig geräumt werden. Die Hangkante ist mehrere Kilometer lang und ein 10 km Streckenflug sollte machbar sein. Allerdings muss die Begrenzung des Luftraumes wegen des Flugplatzes in Chambery beachtet werden. Darüber muß ich mir aber keine Gedanken machen, denn die 10 km habe ich schon in Greifenburg gemacht.
Der Startplatz ist nicht sehr groß und es bildet sich schon eine kleine Startschlange. Also packe ich zügig aus und stehe auch bald startbereit da. Ich ziehe den Schirm auf, laufe und da passiert es. Ein weiterer Schirm hebt sich vor mir und verdeckt die Sicht. In Sekundenbruchteilen muss ich entscheiden. Weiterlaufen oder Abbruch? Ich bin schon in der Luft und der fremde Schirm wird hastig heruntergezogen und so fliege ich raus: Das ist gerade noch mal gut gegangen. Später erfahre ich, dass der Schreck der Zuschauer fast größer als mein eigener war. Wie schnell hätte ich mich in den Leinen verheddern können.

Startplatz Col l'Epine am Lac Aiguelette
Blick zum Lac D'Aiguebelette

Mein Puls beruhigt sich nach einer Weile und ich geniesse das Soaren an der Hangkante, allerdings ist es recht voll auf der rechten Seite und so fliege ich Richtung See, wo es auch gehen müßte. Da kommt ein Funkspruch: Hartmut ist im Baum gelandet. Kurz darauf meldet er sich selbst über Funk und gibt teilweise Entwarnung. Er konnte selbstständig vom Baumrunter  auf den Boden und muss jetzt "nur" noch den Ausweg aus dem Wald finden. Kai funkt ihm: Geh nach Südost und ich fliege beruhigt weiter meine Achten. Ich komme über den Grat und kann ich das andere Tal Richtung Chambery sehen, einfach herrlich. Jetzt nur nicht nach hinten versetzen lassen, sonst geht es mir am Ende noch wie Hartmut. Ich versuche noch mehr Höhe zu machen und das Ende des Sees zu erreichen, doch das Saufen ist zu gross. Also halte ich mich noch ein wenig in meinem gefundenen Aufwindband auf und mache mich dann gemütlich Richtung Landeplatz.

Abbauplatz
Abbauplatz

Wolfgang
Wolfgang

Am Abbauplatz überlegen wir kurz, ob wir nochmal hochfahren, aber ich habe für heute genug, der letzte Flug war einfach nur geil. Drum warten wir bis sich die erste Mannschaft für die Heimfahrt gefunden hat und machen uns dann ab zum Campingplatz.
Hartmut kommt mit dem zweiten Bus, ihm ist zum Glück nichts passiert, aber sein Schirm hat mehrere Risse und man wiss nicht, was mit den Leinen ist. Er will versuchen ihn noch in Frankreich checken zu lassen und bekommt erstmal einen Testschirm von Thorsten.

Dienstag 25. Mai 2010
Nach dem Frühstück gibt es das obligatorische Briefing, es geht nach Marlene (einige Kilometer südlich) auf den Col l'Epine. Landeplatz und Startplatz kenne ich von meiner Radtour, aber als Flieger sieht es doch ganz anders aus. Nach zwei nicht ganz erfolgreichen Flügen (14 und 19 min) treffe ich Kai am Landeplatz. 

Landeplatz Col l'Epine
Landeplatz Col l'Epine


Luftaufnahme Col l'Epine 
Am Col l'Epine

Kai macht den Vorschlag am Nachmittag "Walk & Fly" zu machen. Er ist letztes Jahr mit Thorsten von Serraval 3,5 Stunden auf den Montagne de Sulens gelaufen und möchte dies wiederholen. Eigentlich reizt mich so etwas schon, andererseits schrecke ich vor dem Schleppen meines Packsacks mit über 15 kg zurück. Ich lasse Kai mit anderen weiterdiskutieren und fahre lieber noch einmal zum Startplatz.

Mein dritter Flug am Col l'Epine ist herrlich. Ich habe kein Problem Höhe zu gewinnen und geniesse den Blick auf die Bergketten der Umgebung. Ich überlege gerade zum Landeplatz zu fliegen, als Kai über Funk durchgibt, dass sich die "Walk & Fly" Gruppe in 15 min trifft. Ich habe mich immer noch nicht entschieden und gehe mal Landen, um die Lage zu checken. Unten empfängt mich Wolfgang, der ganz klar davon ausgeht, dass wir dabei sind. Also kein Überlegen, sondern schnell Einpacken und Richtung Bus.
Dort hat Ola eine Wundertüte mit Obst, Käse, Wurst und Baguette, das Mittagessen ist also gerettet. Als ich dann auch noch eine Cola abpumpe ist die Grundlage für den Aufstieg gelegt. Zehn Piloten wollten den Sulens erklimmen und wir fahren mit einem Bus und einem Auto nach Serraval. Dort schauen wir uns eine mögliche Landewiese an und lassen das Auto stehen. Mit dem Bus geht es noch etwa 200 Höhenmeter rauf nach Le Mont und dann beginnt der Anstieg. Ich suche meinen Fotoapparat, doch der ist weg. So ein Ärger, ich werde ihn doch nicht am Landeplatz verloren haben? Nun kann ich sowieso nichts machen und Fotos bekomme ich sicher auch von den anderen. Vielen Dank an Jürgen, der unsere Tour gut dokumentiert hat.

Landeplatz Serraval

Möglicher Landeplatz bei Serraval

Los geht's
Es geht los

Zunächst läuft es richtig gut, der Weg ist breit und nicht sehr steil.zwischendrin befragt Kai diie Karte und wir laufen bis zu einer Alm. wo wir nochmal Wasser nachtanken können. Danach fängt der Anstieg allerdings erst so richtig an, auf einem schmalen Trampelpfad geht es steil nach oben.


Immer noch Stunden
Immer noch 2 Stunden Aufstieg


Unser schmaler Weg
Unser Weg nach oben


Corinna
Kleiner Packesel Corinna


Auf dem Grat gibt es eine kleine Verschnaufpause und das Gruppenfoto. Der Blick ist fantastisch, schon jetzt hat sich die Anstrengung gelohnt. Es geht aber immer noch etliche Höhenmeter weiter, bis wir unser Ziel erreichen. Der Ausblick ist grandios, nur die Windsituation macht mir Kummer.



Die Walker 
Gruppenfoto am Grat

Startplatz Sulens
Startplatz Sulens

Der Wind ist recht heftig und böig. Alex packt seinen Schirm aus, muß aber seine Startversuche abbrechen. Wir setzen uns ein Zeitlimit, damit wir im Hellen zumindest bis zur Alm runterkommen. So sitzen wir da und warten, haben aber immer noch super Laune. Glücklicherweise hat Kai mit seiner Prognose recht und nach einer knappen Stunde Warterei wird der Wind schwächer. Beim Schirm auspacken finde ich noch meine Kamera und freue mich riesig. Alex ist als Erster draussen und nach und nach starten alle hinterher. Ich kann mich ein wenig am Hang halten, fliege dann aber Thorsten hinterher, um mit genügend Höhe nach Serraval zu kommen. Es ist klasse durch die ruhige Luft in den Sonnenuntergang zu gleiten, darum habe ich die Fliegerei angefangen.

Zu viel Wind
Zu viel Wind

Warten

Warten im Windschatten von Alex Schirm


Alle landen alle in der Gegend von Serraval, nur Kai landet beim Bus und fährt ihn runter. Wir sind alle begeistert von der Aktion, nur bräuchte man dafür ein leichteres Gurtzeug. Ich freue mich trotzdem schon auf "Walk & Fly" in der Pfalz, denn die Ruhe und Einsamkeit beim Aufstieg und am Startplatz ist kaum zu toppen.


Montagne de Sulens

Blick zurück zum Startplatz


Mittwoch 26. Mai 2010

Das Wetter ist schlechter geworden, der Wind hat aufgefrischt. Dennoch fahren wir nach dem Briefing zum Col l'Epine. Leider müssen wir oben feststellen, dass der Wind für einen sicheren Start zu stark ist und so ist erstmal bis 13 Uhr Freizeit angesagt. Ein Teil der Gruppe fährt nach Albertville zum Decathlon und ich kaufe mir dort eine neue Hose und einen Pulli.
Mittags ist es zwar immer noch bedeckt, aber es besteht eine Chance am Planfait zu fliegen. Wolfgang und auch einige andere haben keine Lust auf einen Abgleiter und so fahren wir nur mit einem Bus und zwei Autos nach Talloire zum Landeplatz.

Lac d'Annecy 
Lac d'Annecy vom Startplatz Planfait

Kai 
Kai und sein neuer Schirm


Nach einem ersten Abgleiter machen wir im Cafe eine Regenpause. Hartmut erkundigt sich nach seinem Schirm, den er nebenan in der Werkstatt abgeben hat. es gibt aber noch nichts Neues. Danach können wir noch ein zweites mal starten, aber mehr als ein Abgleiter wird es bei mir nicht. Ich bin aber um jeden Start und jede Landung in einem neuem Fluggebiet dankbar.
Am Abend regnet es richtig und so wird das Frühstück für den nächsten Tag auf 10 Uhr gelegt. Ausschlafen hat auch mal etwas.


Donnerstag 27. Mai 2010

Auf dem Weg zum Frühstück tröpfelt es noch leicht, aber es wird heller. Das Briefing wird von 12 auf 16 Uhr verschoben und so machen wir erstmal Papierkram für den B-Schein. Ich habe meine Flüge zusammen und freue mich riesig, dass ich bereits knapp 1 Jahr nach dem ersten Hüpfer den B-Schein in der Tasche habe.
Das Wetter wird besser und so machen wir um 14:30 Uhr ein vorgezogenes Briefing. Nun geht es rauf zum Col de la Forclaz. Es ist noch sehr wolkig, aber immerhin kein Betrieb am Startplatz.

Startplatz Col de la Forclaz
Wolken am Startplatz

Startplatz Col de la Forclaz

Leerer Startplatz und Warten

Nach einigem Warten mache ich mich fertig und starte. Es geht allerdings nur runter und ich frage mich schon, ob ich mit dem Gegenwind überhaupt zum Landeplatz komme. Glücklicherweise gibt es einige Wiesen vor dem Landeplatz und so mache ich eine Aussenlandung, wenige Meter vor dem eigentlichen Ziel.
Bei den Bedingungen mag ich gar nicht nochmal Starten, aber es ist noch ein Platz im Bus frei und die Wolken verziehen sich immer mehr. Es ist die richtige Entscheidung, denn nun komme ich zu einem tollen Abendflug. Allerdings gibt es am Landeplatz wechselnden Wind und so Lande ich mit Rückenwind, was auch funktioniert. Später laufe ich mit Wolfgang zum Campingplatz und wir sind beide begeistert, was aus diesem Tag noch geworden ist.

Corinna
Glückliche Corinna

Freitag 28. Mai 2010
Heute fahren wir nochmal in ein neues Fluggebiet. Zunächst will Kai nach Allevard, unterwegs entscheidet er zum Montlambert zu fahren. Wolfgang hat mir bereits von diesem Startplatz erzählt, dessen Besonderheit ein Marterpfahl ist.

Marterpfahl
Marterpfahl am Montlambert

Den Startplatz haben wir fast für uns und so ist es auch in der Luft nicht zu voll. Ich kann mich ganz gut halten, auch wenn es manchmal etwas ruppig ist. Allerdings kommt eine dicke schwarze Wolke über den Berg, die mir nicht geheuer ist. Also mache ich mich ab zur Landung, auch wenn Kai am Startplatz weiter von guten bedingungen spricht. Ich denke aber, wenn Kai nicht da ist, muss ich auch alleine entscheiden. Am landeplatz gibt es einige Funksprüche von heftigem Wind mit Böen, aber ich lande problemlos. Einige andere sind auch bereits unten und wir schauen uns das Treiben der Piloten am Hang an. Eigentlich hätte ich weiterfliegen können, aber eine Entscheidung ist eine Entscheidung.

Wolfgang 
Wolfgang


Kai
Kai

Kai landet mit seinem Drachen gegen 14 Uhr und ist unschlüssig, wohin wir fahren sollen.Er bespricht sich mit ein paar Locals, die aber auch unsicher sind. Drum geht es Richtung Campingplatz, der Wind ist zu stark und es ist erstmal Pause angesagt.

Küchenzelt 
Pause im Küchenzelt

Um 15:45 ist das nächste Briefing angesetzt und die ersten wollen um diese Zeit nach Hause fahren. Es findet sich eine kleine Gruppe, die zum Planfait fahren will, auch wenn die Aussichten nicht all zu gut sind. Am Startplatz ist es nicht nur sehr windig, auf der gegenüberliegenden Seeseite seiht man auch schon den Regen heranziehen. Wir schauen einem Flieger beim Versuch einer Toplandung zu, die ihm gerade rechtzeitig vor dem Regen gelingt.

Toplandeversuch
Toplandeversuch

Blick vom Startplatz Planfait
Regen am Planfait

Auch nach dem Regenschauer ist an einen Start nicht zu denken, der nächste Regenschauer ist bereits zu sehen. Also fahtren wir zum shop am Landeplatz und machen Frusteinkauf. Für mich gibt es das gewünschte Cockpit und so ist dieser Ausflug nicht umsonst.

Am Abend begutachten wir noch den Schirm von Hartmut, eine Reparatur hier in Frankreich wäre echt teuer geworden. Kai meint dass, er es günstiger machen lassen kann und so läßt Hartmut den Schirm bei Kai.

Hartmut's Schirm
Einer der Risse

Attention!
Attention!!!


Samstag 29. Mai 2010

Am Morgen überlegen wir kurz, ob wir noch einen Tag bleiben. Es regnet nicht und die Sonne kommt raus, aber es ist sehr nass. Also entscheiden wir, dass es erst am späten Nachmittag gute Thermik gibt und wir nicht so lange warten wollen. Wir fahren nach dem Frühstück gemütlich nach Hause.

Es war eine tolle Woche und mein Ziel B-Schein ist geschafft. Das Fliegen macht immer mehr Spaß und ich merke, wir ich sicherer und routinierter werde. Im Herbst möchte ich nochmal hier nach Annecy und mache das Sicherheitstraining bei Kai.

17. April 2010

Thermik- und Streckenseminar Steinfeld

Das Frühjahr mit guten Flugbedingungen läßt dieses Jahr auf sich warten. Daher freue ich mich um so mehr auf eine Woche Fliegen in den Alpen. Kai von der Flugschule Hirondelle bietet ein Thermik- und Streckenseminar an und bietet so die Möglichkeit die Flugübungen für den B-Schein zu erfliegen. Parallel gibt es einen Höhenflugkurs für die A-Schüler. Somit ist klar, dass wir eine sehr große Gruppe werden und wir buchen rechtzeitig ein Zimmer auf dem Campingplatz Bergfriede oberhalb von Steinfeld, wo Kai seine Basis aufbauen will.

Freitag 09. April 2010
Wolfgang und ich packen am Morgen gemütlich den neuen tornadoroten Passat mit der Nummer F-LY 2106. Genau rechtzeitig ist mein neuer Dienstwagen angekommen, um neben den beiden Gleitschirmen auch die Rennräder und natürlich jede Menge Gepäck zu laden. Da wir erst am Abend in Steinfeld sein müssen, probieren wir die Strecke über Regensburg und Passau aus. Das ist zwar weiter, aber bei Stau um Stuttgart und München eine gute Alternative. Gegen 20 Uhr treffen wir am Campingplatz ein und sehen dort schon einige bekannte und unbekannte Piloten.

Bergfriede
Camping Bergfriede

Das Zimmer ist das ehemalige Jugendzimmer der Tochter und die Wände sind mit Bravobildern gepflastert. Das WC ist auf dem Gang und die Duschen im Hof auf dem Campingplatz. Alles sehr einfach, aber sauber und gemütlich. Wir essen noch eine Kleinigkeit und warten auf Kai, der erst gegen 23 Uhr ankommt. Schnell ist das Material aus dem Bus geladen und nach einem weiteren Bier löst sich die Gruppe auf, denn morgen um 7:45 Uhr gibt es Frühstück.

Samstag 10. April 2010
Nach einem leckeren Frühstück geht es um 9:30 Uhr zum Briefing. Neben Thermik- und Hangfliegen wollen wir im Kurs die geforderten Flugmanöver ablegen. Da das Wetter nicht nach Thermikflug und etwas unbeständig aussieht, haben wir als erste Aufgabe eine Aussenlandung. Dies bedeutet, dass sich jeder ein schönes Stück Wiese und nicht den Landeplatz zur Landung aussuchen soll. Ich bin schon etwas nervös, denn seit September 2009 hatte ich keinen Höhenflug mehr.
Da einige der Teilnehmer am Streckenseminar den Landepltz noch nicht kennen, beschließen wir gemeinsam mit den A-Schülern eine Landeplatzeinweisung zu machen.

Landeplatz Steinfeld
Landeplatz Steinfeld
Landeplatzeinweisung
Landeplatz Einweisung

Danach geht es zum Startplatz, wo die A-Scheinschüler ihre ersten Abgleiter wagen. Leider frischt der Wind auf und die Starts werden anspruchsvoller bis Kai den Schulungsbetrieb abbricht. So packen wir unsere Schirme ein und treten den Weg nach unten mit dem Bus an.

Startplatz Steinfeld
Startplatz Steinfeld

Warten auf den Bus
Warten auf den Bus

Auch nach einer ausgedehneten Mittagspause ist der Wind immer noch zu stark für einen Start. Also nehmen wir die Busse und fahren zum Groundhandling auf den Landeplatz. Wolfgang uns ich sind hierbei schon recht starkwinderfahren und eine der Ersten, die den Schirm oben haben. Es klappt richtig gut und auch andere packen aus. Nach etwa zwei Stunden haben wir genug und es geht zurück. Kai macht noch eine Stunde Theorieunterricht zum Thema Zentriertechnik in der Thermik für die B-Schüler. Der Tagesabschluß ist ein deftiges Essen im Bergfriede.

Sonntag 11. April 2010
Das Wetter ist ruhig und wir fahren nach dem Briefing zum Startplatz. Unsere Übung ist die Aussenlandung. Wir sollen nach Osten über Greifenburg fliegen und uns eine gute Landewiese suchen. Treffpunkt soll dann der Spar-Markt am Ortsende sein, wo uns der Rückholbus aufsammeln soll. Ich bin schon sehr aufgeregt und frage nochmal Kai, was ich zu beachten habe. Der meint nur, dass der Gleitwinkel ausreichen sollte, um über Steinfeld zu kommen und den Rest würde ich schon schaffen. Also Fertigmachen und Start. Ich komme gut raus und fliege erstmal vom Hang weg, um dann nach links Richtung Steinfeld abzudrehen. Der Ort kommt näher und ich überlege, ob das wohl reichen wird.  Ich entscheide mich weiterzufliegen und halte ständig Ausschau nach einer Landemöglichkeit. Der Talwind ist stärker als vermutet und ich sinke mehr als erwartet. In Steinfeld gibt es keine freie Fläche und ich hoffe bis zum Ortsrand zu kommen. Ich sehe die Wiesen und die ersten Aussenlander, stelle aber fest, dass es für mich nicht reicht. Der Parkplatz beim Spar ist nicht groß genug und so bleibt mir nur die Strasse. Zum Glück ist Sonntag und kein Verkehr und so komme ich sicher auf der Strasse runter. Schnell packe ich den Schirm zusammen und mache mich auf zum Spar-Markt, der keine 100 m entfernt ist. Die Übung ist geschafft, aber das nächste mal schätze ich die Höhe besser ein. Ich melde mich per Funk und einige andere Piloten stapfen heran. Kurz darauf ist der Bus da und es geht wieder hoch zum Startplatz.

20100411 Steinfeld Aussenlandung
Erste Aussenlandung

Nun sind die Übungen Klapper und schnelle 8 dran. Beides ist kein Problem, auch wenn ich ein paar Sekunden zu langsam bin. Das werde ich aber im Laufe der Woche schon schaffen und auch die Punktlandung bekomme ich bestimmt noch hin.
Vom Startplatz wird Schneefall heruntergefunkt und so machen wir uns zur Mittagspause auf zum Bergfriede. Da es am Nachmittag weiter nass und ungemütlich ist, fahren wir mit Bus und Autos das Tal Richtung Lienz ab. Kai erklärt uns die einzelnen Bergflanken, denn in den nächsten Tagen wollen wir versuchen auf Strecke zu gehen.

Elke, Alex, Kai
Da könnte es Thermik geben

Montag 12. April 2010

Das Wetter meint es nicht all zu gut mit uns, an Thermik und Streckenflug ist erstmal nicht zu denken. Drum wollen wir die B-Scheinübungen vervollständigen. Am Startplatz gibt es immer mal wieder einen leichten Schneeschauer, aber für einen Abgleiter reicht es. Meine schnelle 8 ist nun im Kasten, aber bei der Landung verschätze ich mich mal wieder. Wolfgang meint, das war eine echte Häschenlandung.
Am Nachmittag bleibt es trübe, aber wir üben dennoch weiter. Eine Gewitterfront zieht auf und Kai holt mich als letzte Starterin mit Ohren anlegen und Beschleuniger auf den Landeplatz runter. Langsam fragen wir uns, ob es mit unserem Streckenflug noch etwas wird.

Elke und Stefan
Warten auf den Start



Dienstag 13. April 2010
Wir stehen auf und das Wetter ist weiter unbeständig. Kai befragt das Internet und telefoniert. Kurz darauf steht es fest, wir fahren nach Sillian, etwa 60 km Luftlinie hinter Lienz. Wolfgang glaubt nicht an das bessere Wetter und bleibt in Steinfeld, die anderen verteilen sich auf Bus und Autos und fahren los.
Zunächst geht es zur Flugschule, um die Formalitäten abzuklären und dann zur Landeplatzbesichtigung. Es hängen immer noch Wolkenfetzen an den Bergen, aber es könnte besser werden. Rauf geht es zum Startplatz und alle machen erstmal einen Abgleiter.

Startplatz Sillian
 Startplatz Sillian

Sillian
Landeplatz Sillian

Der Himmel wird klarer und schon bald stehen wir wieder am Startplatz, diesmal mit blauen Löchern am Himmel. Die Eersten starten und könen sich halten. Nun wollen wir alle raus. Ich bin gespannt, ob ich das mit Hangwind und Thermik schaffe. Ich starte und mein Vario piepst. Ich fliege Hang-Achten und gewinne Höhe. So sehe ich zum ersten mal den Startplatz von oben, ein geiles Gefühl. Ich finde Thermik und kann mich weiter nach oben arbeiten. Über Funk meldet Stefan, dass er auf 2700 m ist, Wahnsinn, ob ich mich das auch mal traue. Im Moment bleibe ich lieber im Fluggebiet und steige nur einige 100 m , die ich dann auch wieder abbaue. Kai fliegt auch und ermutigt Jochen und Sebastion über Funk zu einem Streckenflug. Ich sehe sie Richtung Westen fliegen und beneide sie etwas. Aber im Moment ist für mich der Wechsel zwischen ein wenig Thermikfliegen und Hangsoaring genau das Richtige. Nach einer Weile merke ich, wie kalt es doch in der Höhe ist, vor allem die Finger frieren. ich bin aber so glücklich und stolz auf mich, dass ich die Kälte vergesse und einfach weiterfliege. Es ist gigantisch, die Berglansdschaft von oben zu geniessen. Irgendwann wird mir aber doch zu kalt und ich denke ans Landen. So einfach ist das Runterkommen aber auch nicht, das braucht schon eine Weile. Nach der Landung schaue ich verblüfft auf mein Vario: Ich war 70 min in der Luft. Wahnsinn, so lange kam mir das gar nicht vor. Ich bin total happy, mein Kursziel habe ich nun eigentlich schon erreicht, denn ich wollte einfach nur mal mehr als eine halbe Stunde in der Luft sein.
Da nicht nur mir kalt ist, gehen wir gemeinsam in ein nahegelegenes Kaffee, wo wir auch die Streckenflieger treffen. Neben Jochen und Sebastian war auch Stefan mit auf Strecke gegangen und alle waren nahe beieinander in Italien gelandet. Es waren wie sich nachher bestätigt über 10 km und so haben die 3 ihren 10 km Flug für den B-Schein in der Tasche.

Jacek, Verena, Ugur

Kaffeepause

Am Nachmittag geht es noch an einen zweiten Startplatz bei Sillian, aber ich habe nach meinem super Flug genug. Ich schaue zu, wie die anderen einen Abgleiter ins Tal machen. Dann fahren wir zurück nach Steinfeld. Wolfgang ist überrascht, dass das Wetter so gut mitgespielt hat und ist stolz auf meinen Stundenflug.
Kai beschließt für den nächsten Tag mit allen Kursteilnehmern nach Sillian zu fahren. Dies heißt für die A-Schüler früh aufstehen, denn die Busse sollen um 6:30 Uhr abfahren. Alle anderen können ausschlafen und erst gegen 9 Uhr mit Autos nachkommen.

Mittwoch 14. April 2010
Wie besprochen fahren die Teilnehmer des Streckenseminars um 9 Uhr ab nach Sillian. Das Wetter ist alles andere als berauschend und auch die telefonischen Meldungen aus Sillian lassen nur wenig hoffen. So treffen wir auch die A-Schüler nach einer guten Stunde Fahrt wartend im Kaffee und es ist auch wenig Besserung in Sicht. Kai fährt zur Flugschule, um den Wetterbericht abzurufen und einige gehen Einkaufen. Das Wetter soll unbeständig bleiben und so geht es ohne Flug zurück. Viele A-Schüler haben richtig einen Hals, denn früh aufstehen nur für einen Kaffee macht wirklich keine Laune.
Zurück in Greifenburg zeigt uns Kai, wie eine Baumrettung im Prinzip abläuft, das Beste, was wir bei dem Wetter machen können.

Stafan und Kai
Stefan und Kai

 Clemens, Kai, Wolfgang
Baumrettung

Willy
Willy in action

Am späten Nachmittag wird das Wetter besser und wir fahren hoch zum Wiesfleckerl. Hier kommen Erinnerungen an meine A-Scheinschulung hoch. Diesmal sind wir aber aufgerufen für die A-Scheinschüler die Windverhältnisse zu prüfen. Also machen wir uns an den Start und einer nach dem anderen segelt Richtung Campingplatz. Die Bedingungen sind OK und so kommen fast alle zu einem Übungsflug. 
Nach der Landung meint Kai, dass sich jetzt noch ein Start von der Emberger Alm lohnt. Nicht alle glauben daran und so reicht ein Bus für die Auffahrt. Zum Startplatz müssen wir noch einige 100 m laufen und ich hoffe nur, dass ich nicht wieder zurück muß, denn einige male sacke ich im Schnee ein. Am Startplatz ist so gut wie kein Wind und er ist zudem sehr flach. Ein Start wird also alles andere als einfach und nur eine Handvoll Piloten packt aus. Ich bin nervös, denn ohne Wind starten bedeutet viel Rennen. Die ersten beiden Piloten sind draussen und ich versuche mein Glück. Der Schirm kommt hoch, aber ich habe viel zu weit hinten ausgelegt und ich kann den Schirm nicht bis zur Kante halten. Also Einpacken und noch einmal von vorne. Jetzt ziehe ich den Schirm etwas schief auf und muß den Start abbbrechen. Das geht ganz schön auf die Kondition und ich gebe mir noch einen Versuch. Kai macht mir Mut und ich versuche einen dritten Start. Der Schirm kommt super über mich, aber dann rutsche ich auf einem Schneerest aus. Mist, ich bin fertig und mag eigentlich Einpacken. Ich bin total naß geschwitzt und keuche wie eine kleine Dampfmaschine. Die anderen legen aber schon wieder den Schirm aus und Kai meint, dass es jetzt klappen wird. Also nochmal konzentrieren, Schirm aufziehen und ich bin in der Luft. Nun schnaufe ich erstmal durch und gleite Richtung Greifenburg. Die Abendstimmung ist herrlich und ich freue mich, dass ich nicht aufgegeben habe. Das ist genau das, was ich mir schon immer erhofft habe; durch die abendliche Luft gleiten und einen herrlichen Blick haben. 
Der Landeplatz Greifenburg kommt in Sicht, aber ich bin so hoch,  dass ich weiterfliege und in Steinfeld landen möchte. Ich fliege über das Wiesfleckerl und winke denn A-Scheinschülern zu. Der Wind kommt von Westen und treibt mich weiter nach Steinfeld. Nun sehe ich den Landeplatz, bin aber immer noch so hoch, dass ich den Überflug über Steinfeld wage. An der Landeplatzfahne sehe ich zwar, dass der Wind auf Ost gedreht hat, aber diesmal sollte es reichen, bis auf die Wiesen hinter Steinfeld zu kommen. Über Funk ruft einer, dass der Wind gedreht hat und ich wundere mich kurz über die Nachricht, denn das war mir schon klar. Hinter Steinfeld sehe ich erst Jacek auf einer Wiese, dem ich von oben zuwinke und dann einige andere, die gelandet sind. Da der Wind gedreht hat brauche ich nicht mehr wenden, sondern kann kann gemütlich ausgleiten und landen. Es ist ein super genialer Flug mit einer guten Landung. Nach dem Einpacken laufe ich zu den andern und höre, dass die Meisten den Wind falsch eingeschätzt und daher über Funk den Richtungswechsel durchgegeben haben. Ich rufe Wolfgang an, der uns zusammen mit Willy abholen kommt. Ich bin von diesem Flug ganz high und stelle am Abend fest, dass ich damit auch den 10 km Flug geschafft habe. Vielen Dank an Kai, der mir am Start so gut  zugeredet hat.

Der obere Punkt bin ich
Über dem Wiesfleckerl mit A-Scheinschüler

20100414 Emberger Alm
10 km Flug


Donnerstag 15. April 2010
Heute habe wir super Wetterbedingungen und nun sollte es mit einem Thermikflug klappen. Im heutigen Briefing geht es darum den Streckenflug zu planen. Neben Wetter ist die eigene Einschätzung besonders wichtig. Wie lange glaube ich fliegen zu könenn, wie schätze ich meine Fähigkeiten ein, wie ist mein heutiger Zustand, alles Fragen mit denen sich jeder Einzelne vor dem Flug beschäftigen soll. Ich lege als Strecke einen Flug von Steinfeld zur Emberger Alm und zurück fest, wenn es mir gut geht auch noch weiter. Zuerst machen wir alle noch einen Abgleiter mit den letzten Übungen, da die Thermik erst gegen Mittag einsetzen soll. Beim zweiten Start hilft Kai allen per Funk die Thermik zu finden.


Startplatz Steinfeld
Fertigmachen zum Thermikflug

Nach einer Weile bin ich dran und lege einen guten Start hin. Am Hang ist nicht viel Höhe zu machen und Kai schickt mich Richtung Greifenburg. Das Vario zeigt nur Sinken und ich schaue ständig nach links, um einen Aussenlandungsplatz auszumachen. Endlich piepst das Vario und auch Kai meint Eindrehen. Ich kreise und mache wirklich langsam Höhe. Nach einer Weile ist es aus und ich fliege weiter Richtung Greifenburg. Kai kann mir nun nicht mehr helfen und ich bin auf mich gestellt. Nach kurzer Zeit piepst das Vario wieder und ich kreise ein. Es funktioniert und ich mache Meter für Meter gut. Ein Blick zum Hang läßt mich aber kurz abdrehen, aber ich finde den Bart wieder. Genial denke ich, die erste wiedergefundene Thermik, ich bin einfach nur glücklich. Immer weiter schraube ich mich nach oben und ich beobachte mein Vario. Bei 2000 m wir mir langsam etwas mulmig, denn das ist schon ganz schön hoch. Bei 2200 m mache ich ich ab zur Emberger Alm, denn diese Höhe sollte sicher reichen. Ich freue mich riesig über die Höhe und die Ausblicke, allerdings ist die Luft etwas ruppig. Bei der Emberger Alm angekommen gibt es Thermik, aber ich beachte das nicht weiter, da der Flug ein wenig ungemütlich ist. Ich will es für heute nicht übertreiben und mache mich auf den Rückflug. Die Höhe reicht genau um bis zum Landeplatz Steinfeld zu kommen. Ich war 47 min in der Luft und habe meine Aufgabe erfüllt. Fliegen ist einfach nur geil.
Vom Landeplatz aus sehe ich Wolfgang in der Luft, der nicht auf Strecke geht, sondern am Hang einfach nur hin und her fliegt. Auch er hat einen super Flug und landet auf dem Steinfelder Landeplatz.

Wolfgang
Wolfgang in der Luft

Wolfgang
Landung
 


Nach einer gemütlichen Pause fährt mich Wolfageng nochmal zum Startplatz. Unterwegs treffen wir Kai mit dem Bus auf dem Weg nach unten. Ich bin also die Einzige am Startplatz, ein komisches, aber auch schönes Gefühl. Wolfgang wartet bis ich gestartet bin und fährt zum Landeplatz. Ich mache einen richtigen Genußflug  ohne Übungen oder Aufgaben. Endlich schaue ich mir mal den Campigplatz von oben an, fliege noch über Radlach und lande auf den Punkt in Steinfeld. Das war ein herrlicher Flugtag!!!

Freitag 16. April 2010
Das Wetter ist nicht wirklich mit uns und so machen wir am Vormittag erstmal Papierkram. Ich habe alle Übungen für den unbeschränkten Luftführerschein, den 10 km Flug und 8 von 10 der 30 min. Flüge. Gegen Mittag fahren wir auf die Emberger Alm. Dort haben wir Seitenwind und ich entscheide sofort, dass ich nicht starte.

Emberger Alm
Startplatz der Drachen auf der Emberger AlM

Drachenstart
Drachenstart

Stefan
Stefan startet

Nur einige von unserer Gruppe wagen den Start, der Rest wartet auf eine Mitfahrgelegenheit nach unten. Die Bedingungen werden zwar besser, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung und fahre mit Wolfgang und einer netten Fluglehrerin nach Greifenburg.
Nach dem Abholen der Aussenlander heißt es erstmal Warten und den A-Schülern Daumen drückern, denn die Ersten haben heute Prüfung. Am Nachmittag fahren wir noch zwei mal an den Startplatz Wassertheuer. Leider kann sich keiner von uns halten und so bleibt es bei allen mehr oder weniger bei einem Abgleiter.

Startplatz Wassertheuer
Startplatz Wassertheuer Blick Ost

Startplatz Wassertheuer
Startplatz Wassertheuer Blick West

Am Abend sind wir alle im Fliegercamp Greifenburg und feiern die ersten bestandenen Prüfungen. Den Absacker gibt es natürlich auf dem Campingplatz Bergfriede und so geht eine geniale Flugwoche für uns zu Ende.

Abschluß Greifenburg
Abschluß im Fliegercamp Greifenburg

Samstag 17. April 2010 
Mit einerm lachenden und einem weinenden Auge fahren Wolfgang und ich heute weiter nach Italien. Einige Piloten bleiben noch über das Wochenende, aber wir machen uns ab zum Trainingscamp Italia im Ambra. 

Landeplatz Steinfeld
Abschied vom Landeplatz Steinfeld