6. Juli 2009

Mein erster Flug

Letztes Wochenende war es nun so weit! Vor ein paar Wochen war ich mit einer Gruppe Gleitschirmflieger unterwegs und ich hatte "Blut geleckt", wie hier zu lesen. Drum hatte ich mich letzte Woche zu einem Schnupperkurs bei Kai Ehrenfried in der Flugschule Hirondelle angemeldet. Am Wochende 20./21.06.2009 wurde der Kurs angeboten, gefolgt von einem 3-tägigen Einsteigerkurs. Ich hatte mich erstmal nur für die ersten beiden Tage angemeldet, um zu sehen, wie ich mich so anstelle. Allerdings hatte ich vorsorglich Urlaub genommen, um auch beim Einsteigerkurs teilnehmen zu können.
Zur Vorbereitung war ich noch mit Wolfgang auf der Drachenfliegerlandewiese bei Alsbach, um das Handling mit dem Schirm zu üben. Das war ganz schön anstrengend, aber es hat funktioniert und so stand meinem Schnupperkurs nichts mehr im Wege.

... und weiter ...
Schirm aufrichten und ...

... so muß es sein :-)
... der Schirm steht

Anstrengend
Ganz schön anstrengend

Samstag 20. Juni 2009
Wochenende und der Wecker klingelt wie unter der Woche. Heute soll es zum Gleitschirm-Schnupperkurs gehen und da fällt das Aufstehen nicht besonders schwer. Nach dem Frühstück packe ich die Wanderschuhe, Klamotten zum wechseln (wer weiss, was heute noch passiert), Essen und Wasserflasche ein und ab geht es nach Weinheim. Die Flugschule finde ich mit einem kleinen Umweg, naja ich war zwar schon einmal da, aber manchmal hapert es dann doch mit der Navigation. Kai ist am Schirme und Gurtzeig auspacken und so kann ich gleich helfen und lerne Deddel und seinen Sohn Steffen kennen.
Nach und nach treffen die anderen Teilnehmer ein und wir sind schon sehr gespannt, was uns heute alles erwartet. Kurz nach 9 geht es dann mit einer Vorstellungsrunde los. Kai möchte wissen, was unsere Motivation ist. Für einige ist es ein langer Traum, den sie sich erfüllen wollen, andere haben einen Gutschein geschenkt bekommen und Roman fällt mit folgendem Spruch auf: "Ich brauche Adrenalin!". Insgesamt sind wir 12 Männer und 4 Frauen (super Quote) bunt gewürfelt aus der ganzen Region.
Als erstes sehen wir uns einen DHV-Lehrfilm mit Auslegen des Schirms, Gurtzeig anlegen und Schirm aufziehen an. Danach geht es raus, um in 2er Gruppen Gurtzeug und Schirm auszuwählen. Hier lerne ich Kirsten näher kennen, die mit Freund Heiko und Sohn Moriz dabei ist. Diese beiden nehmen aber nicht am Kurs teil, denn Heiko fliegt bereits seit mehreren Jahren und Moriz ist mit 8 Jahren noch etwas zu jung. Da wir etwa gleiche Größe und Gewicht haben, sind wir eines der 2er-teams und teilen uns Schirm und Gurtzeug. Wir verstehen uns auf Anhieb super gut und im Laufe des Wochenendes stellen wir immer mehr Gemeinsamkeiten fest.

Flugschule Hirondelle
Gurtzeug anlegen

Flugschule Hirondelle
Flugschule Hirondelle

Jetzt geht es mit den Autos ab zum Schloßpark in Weinheim. Die Mädels fahren zusammen bei mir im Auto und wir sind schon ein wenig aufgeregt, was jetzt auf uns zukommt. Wegen einer Veranstaltung gibt ein kleines Parkchaos, aber nach einer Weile ist die Gruppe vollzählig auf der Wiese. Diese haben wir nicht ganz für uns, aber Kai meint, es wird schon reichen die Stühle für das Open-Air Konzert sind weit genug weg.

Nicht in die Stühle!!!
Open-Air

Kai legt einen Schirm aus und erklärt uns die verschiedenen Leinen. Kurz darauf ist die Wiese mit Gleitschirmen bunt gesprenkelt und es geht an das Aufziehen des Schirms. Es ist wenig Wind und da müssen wir schon ganz schön Rennen, damit der Schirm die richtige Anströmung bekommt. Kirsten und ich helfen uns gegenseitig und nach einer Weile klappt es schon ganz gut. Kai und Thorsten, der als zweiter Fluglehrer dabei ist, korrigieren immer wieder die Haltung und so vergeht die Zeit wie im Flug. Gegen 14 Uhr müssen wir leider wegen der Open-Air Veranstaltung einpacken und es geht zurück zur Flugschule.

A-B-C-D-Leinen
Kai erklärt die Leinen

Auslegeübung
Schloßpark Weinheim


Kirsten und Corinna
Kirsten und ich

Zurück in der Flugschule besprechen wir die nächsten Tage. Morgen geht es nach Münzesheim, denn für nördliche Windrichtungen gibt es für Anfänger im Odenwald kein geeignetes Startgelände. Der Aufbaukurs soll Montag bis Mittwoch im Schwarzwald sttafinden. Kai geht ganz selbstverständlich davon aus, dass ich mitfahre, aber ich will erst einmal ind er Luft gewesen sein, bevor ich zusage. Für Sonntag verabreden wir Fahrgemeinschaften, ich werde Kirsten abholen, die in Mannheim wohnt.
Dann haben wir noch drei Stunden Theorieunterricht bei Thorsten, wo wir und mit dem Schirm, dem Rettungsgerät und den unterschiedlichen Kräften vertraut machen. Am Abend bin ich ganz schön müde, aber auch sehr gespannt auf das erste Abheben vom Boden.

Sonntag 21. Juni 2009
Wolfgang und ich machen uns schon früh auf nach Mannheim, um Kirsten abzuholen, denn um 9 Uhr treffen wir uns in Münzesheim für die ersten kleinen Flüge. Kirsten ist auch schon fertig und ab geht es zum Treffpunkt Schleckermarkt. nach und nach treffen die Kursteilnehmer ein, auch einige Leute aus anderen Kursen sind dabei, sodass wir schon eine recht große Gruppe sind.

Treffpunkt Münzesheim
Schleckermarkt Münzesheim

Über einen Feldweg geht es zum Startplatz, eine leicht geneigte Wiese. Nach kurzer Zeit liegen die ersten Schirme aus und die Starts können beginnen. Ich schau mir das erstmal an und lasse Kirsten den Vortritt. Sie zieht perfekt den Schirm auf, rennt und hebt ab. Auch die Landung macht sie ohne Probleme und mit einem breiten Grinsen kommt sie den Hügel wieder hochgestapft.
Jetzt bin ich dran. Der Schirm liegt, die Leinen sind geprüft und der Startcheck gemacht. Kai kontrolliert nochmal alles und der Funk ist auch da. Los geht es, Schirm aufziehen, beschleunigen und dann hebe ich vom Boden ab. Das Gefühl ist unbeschreiblich, das hätte ich nie gedacht. Schade, dass die Flugstrecke nur etwa 150m lang ist, so muß ich mich gleich wieder auf die Landung konzentrieren. Der Boden kommt näher, ich bremse den Schirm ab, laufe noch ein Stück mit und der Schirm liegt wieder auf der Wiese. Jetzt ist klar, das will ich weitermachen. Ich packe den Schirm, laufe nach oben und werde von einem stolzen Wolfgang in die Arme genommen.

Startbereit
Startbereit

Mein erster  Flug
Ich fliege
Nicht alle Starts an diesem Tag verlaufen so gut, wie der erste. Ich muß auch mal abbrechen oder werde vom Schirm auf die Knie gezwungen. Eine Arschlandung ist auch dabei, aber dafür ist das Üben ja da. Kai korrigiert, gibt Anweisungen und ist die ganze Zeit in Bewegung.
Am Nachmittag müssen wir abbrechen, da Regen aufkommt. Wir fahren in ein nahegelegenes Café und besprechen die nächsten 3 Tage. Es geht nach Oppenau im Schwarzwald. Übernachten im Zelt oder einer Pension, das kann jeder machen wie er will. Kirsten und ich wollen uns ein Zimmer nehmen, denn bei Regen sind wir beide nicht für's Zelten zu haben, das wollen wir aber vor Ort festmachen. Wolfgang hat Montag frei und so will er den ersten Tag mitkommen. Kirsten will selbst fahren und kann mich Mittwoch mit nach Hause nehmen. Jetzt ist alles geklärt und ich fahre glücklich und zufrieden mit Wolfgang nach Hause.

Montag 22. Juni 2009
Treffpunkt ist um 9 Uhr in Ibach am Startgelände bei Oppenau. Also mal wieder früh aufstehen udn Wolfgang und ich holen uns in einer Bäckerei in Oppenau noch einen Kaffe und belegte Brötchen zum Frühstück. Deddel und Steffen sind schon am Treffpunkt und erzählen, dass Kai etwas später kommen wird. Das Wetter ist trübe und läd noch gar nicht zum Fliegen ein. ich schau mir die Landewiese an, die von einem Flüßchen begrenzt wird. Hoffentlich lande ich mal nicht da drin.
Nach und nach kommen mehr Gleitschirmflieger und dann ist auch Kai mit seinem Wohnmobil vor Ort. gemeinsam setzen wir uns Richtung Startplatz in Bewegung und auch das Wetter wird besser. Oben angekommen sehen wir, dass es hier schon richtig Abwärts geht, wir haben etwa 50 Meter Höhendifferenz bis zum Landeplatz.
Roman ist natürlich einer der Ersten, der ausgepackt und startbereit ist. Kai erklärt noch etwas zur Landung und ab geht es. Eigentlich sieht es gar nicht so schwer aus und ich mache mich auch fertig. Ein wenig mulmig ist mir schon, aber da gibt Kai auch schon Startfreigabe und ich klaufe ls und hebe ab. Einfach geil, hier bekommt man schon ein richtiges Fluggefühl und im ersten Moment scheint die Landewiese ganz weit weg zu sein. Leider kommt sie dann doch näher und ich bin wieder am Boden. Schnell den Schirm in den Schnellpacksack und wieder nach oben, denn das ist ein supertolles Gefühl.

Kappencheck
Startcheck

Schirm steht
Schirm steht

Abflug
Ich fliege

Der Vormittag vergeht schnell und mittags gehen wir ins Nachbardorf zum Essen. Natürlich mit einer Portion Theorie dabei. Am Nachmittag kommen wir nicht mehr zu so vielen Flügen, da der Wind auffrischt und dann auch noch Regen kommt. Aber wir sind dennoch guter Dinge und Philipp packt sogar seine Gitarre aus. Wir nutzen auch die Zeit, um die Übernachtung zu regeln. Kirsten und ich gehen zur Bäuerin am Landeplatz, die uns ein Zimmer im 1. Stock anbietet, das wir auch sofort nehmen. Da auf dem Gelände nicht gezeltet werden darf, wollen einige im Stall im Heu die Nacht verbringen. Der Rest sucht sich im Nachbardorf ein Zimmer.

Kai
Kai zeigt es uns

Philipp
Philipp an der Gitarre

Wolfgang macht sich am frühen Abend auf dem Heimweg und wir packen die Ausrüstung im Bauernhof in einen Schuppen. Jetzt freut sich jeder auf eine heisse Dusche und ein wenig Ausspannen.
Am Abend gehen wir noch auf das Dorffest in Ibach und machen mit Kai Wetterkunde. Ich kann nur sagen, dass ein Landebier besonders gut schmeckt. Zum Abschluß nehmen Roman, Veronika, Kirsten und ich noch einen Absackerwein in Kais Wohnmobil und dann fallen wir einfach nur noch ins Bett.

Dienstag 23. Juni 2009
Der Tag beginnt früh und wir fahren zum Bäcker, um zu frühstücken. Danach geht es wieder rauf zum Startplatz. Deddel kommt mit einer verbundenen Hand. Er hate gesternbeim Start eine Zaunberührung und hat sich den Daumen überdehnt. Nun schillert er in allen Farben und der Arzzt hat einen Verband angelegt. Sehr schade, da ist kein Start mehr drin, aber wir haben heute einen praktischen Kaffeeholer.
Ich habe leichten Muskelkater, Bergauflaufen ist eben doch etwas anderes als Radfahren. Aber auch bei den anderen geht es heute etwas langsamer zu. Weiter geht es also mit dem Üben und wir dürfen auch schon selbständig entscheiden, wann wir starten, Kai greift nur noch ein, wenn etwas besonderes passiert. Thorsten kommt auch vorbei und gibt gute Tipps.
Am Mittag frischt der Wind so stark auf, dass wir auf die Landewiese zum Groundhandling gehen. Ich finde dies super und eine gute Abwechsung und die Möglichkeit besser mit dem Schirm zusrecht zu kommen. natürlich sind wir aber alle begeistert, als es später wieder an den Startplatz geht. Etwas später gelingt mir dann noch das Bild des Tages. Ich stehe am Landeplatz und will eine Landung von Jörn fotografieren. Er kommt ziemlich weit und als ich abdrücke merke ich, dass er mitten im bach gelandet ist. Da habe ich genau im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt. Ihm ist nichts weiter passiert und nachdem er sich umgezogen hat, macht er natürlich weiter.

Groundhandling
Groundhandling


Platsch!!!
Platsch, Jörn landet im Bach

Am Abend bin ich ganz schön platt, aber nun geht es noch zur Theorie. Im Gasthof sehen wir uns einen Lehrfilm über Wetter und Wolken an und ich bin nicht die Einzige die dabei immer mal einnickt. Zum Glück machen wir danach noch ein paar praktische übungen zum Thema und da bin ich wieder dabei.
Eigentlich wollen wir dann noch Grillen, aber es ist kalt und regnerisch und so geht es doch ins Nachbarort und wir lassen uns bekochen, bevor alle ins Bett fallen.

Mittwoch 24. Juni 2009
Unser letzter Tag in Ibach weckt uns mit strahlendem Sonnenschein. Das verspricht ein guter Flugtag zu werden. Kirstens Freund Heiko will mit Thorsten auf den Oppenauer Startplatz für den extra vor etwa zwei Jahren Bäume gefällt wurden. Der Oppenauer Bürgermeister unterstützt eben die Gleitschirmflieger. Am Vormittag kommt noch Michael, genant Wolken-Michel vorbei, den ich von der "Vogesentour" kenne. Er grinst nur, als er mich mit Schirm sieht und schließt sich Thorsten und Heiko mit dem Auto an.

Landeplatz Ibach
Landeplatz Ibach


Startplatz Ibach
Startplatz Ibach

Heiko, Thorsten, Michel
Heiko, Thorsten, Michel

Für uns andere heißt es rauf auf den Berg und starten! Mittlerweile klappt es wirklich gut auch wenn das eine oder andere mal ein Startabbruch fällig ist oder auch mal eine Landung auf dem Hintern endet. Die Mittagszeit mit stärkerem Wind verbringen wir wieder mit Groundhandling und am Nachmittag gibt es noch den eine oder anderen Start. Gegen Spätnachmittag haben wir Rückenwind und so packen wir langsam ein und nach und nach fahren alle nach Hause. Wir werden uns aber sicherlich bald an dem einen oder anderen Hang wiedersehen. Einige werden weitermachen und die A-Schein Höhenflüge sollen Anfang August in Greifenburg stattfinden. Ich möchte schon weitermachen, weiß aber nicht, ob ich Urlaub bekomme.
Die Tage im Schwarzwald waren einfach klasse und es war eine super Truppe. Ich bin gespannt, wie es mit dem Gleitschirmfliegen weitergeht.

Montag 6. Juli 2009 Nachtrag
Morgens um 9 habe ich mein Jour fixe mit meinem Chef. Ich muß ihn natürlich sofort auf Urlaub ansprechen. Er hat kein Problem und genehmigt mir die Woche. Es geht also am 31.07.09 für 9 Tage nach Greifenburg in Österreich für die ersten Höhenflüge! Vielleicht klappt es dieses Jahr noch mit dem A-Schein.

26. Mai 2009

Vogesentour 2009

Mittwoch 20. Mai 2009
Ein langes Wochenende liegt vor mir, denn ich habe den Brückentag kurzfristig frei genommen :-).
So richtig geplant habe ich nichts, ein paar Optionen habe ich, aber ich will einfach mal ausspannen, denn die letzten Tage waren in jeder Hinsicht stressig gewesen. Nur für Sonntag habe ich eine Radtour mit Reni, Frank, Christian, Sven, Jörg und Jörn mit anschließendem Grillen in Eberstadt verabredet. Wolfgang hat sich Anfang der Woche noch kurzfristig bei Kai für eine Gleitschirmtour in die Vogesen angemeldet. Somit habe ich auch die Möglichkeit mal kurz einen Trip in die Vogesen zu machen. Irgendwie kam dann aber alles anders und es war einfach nur klasse!
Am Abend meldet sich Wolfgang aus Schriesheim, wo sich die Gleitschirmgruppe zum Einfliegen und Weiterfahrt in die Vogesen getroffen hatte, und meint er ist gleich zu Hause: Planänderung! Wegen schlechter Wettervorhersage in den Vogesen soll es Donnerstag an die Nahe gehen. Neuer Treffpunkt für all die, die nicht in Schriesheim zelten wollten, war nun Viernheim am Donnerstag um 7:30 Uhr mit Weiterfahrt nach Staudernheim. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass Staudernheim nur eine gute Stunde weg ist. Kurz überlegt und ich pack mein Bündel, um mit Wolfgang zum Gleitschirmfliegen zu fahren. Neben Zelt, Luftmatratze, Schlafsack und Klamotten liegt natürlich auch mein Fahrrad im Auto, jetzt steht der Donnersberg auf meinem Programm.

Donnerstag 21. Mai 2009
Um kurz vor 8 Uhr geht es mit dem Passat Richtung Nahe und wir sind pünktlich am Sportplatz Staudernheim, wo schon Jacek und Michel mit Wohnwagen warten. Kurz darauf ist Kai mit dem Bus da und ratzfatz sind die Jungs auf dem Weg zum nahegelegenen Startplatz. Wie gut, dass Wolfgang ein Handy hat, so ist mir egal, wo es hingeht, ich habe erstmal den Donnersberg im Visier.
Das GPS auf dem Vorbau mit einigen markanten Wegpunkten und los geht es. Ich bin schon ein wenig gespannt, wie das so ist ganz allein in unbekanntem Gebiet zu radeln. Ich sage nur: Probieren geht über Studieren!
Mein Schätzchen :-)
Start in Staudernheim

Schon nach wenigen Kilometern gibt es eine Touränderung, denn die geplante Strasse ist aufgerissen und somit unpassierbar. Das macht mir aber überhaupt nichts aus und ich fahre einfach weiter, denn mit GPS, Sonnenstand und offenen Augen für die Gegend muß der Donnersberg doch zu finden sein!
Römerhof
Pfalz

Ich gondel durch die Gegend und laß es mir einfach gut gehen. In Rockenhausen folge ich einer Einladung zur Kirchenbesichtigung und etwas später gibt es auch noch eine Crosseinlage. Dann bin ich aber auch schon am letzten Anstieg zum Donnersberg, echt easy, kann ja auch mein Tempo fahren ;-).
St. Sebastian
St. Sebastian in Rockenhausen

Vom Ludwigsturm habe ich eine grandiose Aussicht, die Pfalz ist wirklich mal etwas Anderes als Odenwald und Taunus. Anschließend gönne ich mir eine echte Mittagspause mit Leberknödelsuppe. Ich melde mich bei Wolfgang, der mittlerweile schon an einem weiteren Startplatz ist. Soll mir alles Recht sein, irgendwie finde ich die Mannschaft schon.
Ich überlege kurz, ob ich nach Bad Kreuznach fahren soll und Manfred überfalle, entscheide dann aber anders, weil ich auch noch etwas von der Fliegerei sehen will. Die Donnersbergabfahrt ist einfach nur geil, super Asphalt und richtig Speed, da fehlt das 11er.
Donnersberg
Ausblick vom Ludwigsturm

Donnersberg
Ausblick vom Ludwigsturm

Ludwigsturm
Ludwigsturm

Ludwigsturm
Ludwigsturm

Ich fahre die Strecke zurück, die ich wegen der Strassensperrung auf dem Hinweg umfahren hatte. Leider ziehen Wolken auf und es ist nicht mehr so schön sonnig. Da klingelt mein Handy, Wolfgang meldet sich, sie sind wegen Gewitter in einer Pizzeria in Roxheim. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß ich meine Strecke dafür wieder ändern muß, aber ich hab das mit der Navigation doch schon ganz gut raus :-).
Über Bad Münster Am Stein Ebernburg geht es am Rotenfels vorbei. Mir ist schon klar, dass ich nicht rechtzeitig zum Essen in Roxheim bin, aber der Startplatz kann ja auch nicht weit sein. Ich melde mich im Ort bei Wolfgang und kurz darauf schiebe ich das Fahrrad das letzte Stück einen Weinberg hoch und treffe die Mannschaft.
Rotenfels
Rotenfels

Bad Kreuznacher Hausberg
Bad Kreuznacher hausberg

Es ist ziemlich bedeckt, aber der Wind kommt aus der richtigen Richtung, wenn auch recht stark. Kai zeigt, wie man starten, fliegen und am gleichen Startort wieder landen kann, der kann es eben. Ich hol mir eine Isomatte, döse ein wenig vor mich hin und merke gar nicht, wie die Zeit vergeht. Ich wache rechtzeitig für einen Start von Wolfgang auf und sehe, dass es bereits 18 Uhr ist. Auch der Himmel wird immer dunkler und so mache ich mich lieber auf den Weg zum Auto. Wo wir übernachten steht zu diesem Zeitpunkt nicht fest, denn Kai will noch den Wetterbericht in der Gegend und dem eigentlichen Ziel Vogesen checken.
Klaus und Kai
Klaus und Kai

Wolfgang
Wolfgang

Kaum bin ich unterwegs, fallen die ersten Tropfen. Erstmal nicht so viel und ich leiste mir noch einen kleinen Umweg, weil ich nur nach Himmelsrichtung fahre. Dann schau ich aber doch nochmal auf die Karte, nehm die richtige Strasse und kurz drauf geht das Gewitter los. Na, was soll es, ich bin nicht aus Zucker. Kurz vor Bad Sobernheim kommt nochmal die Sonne raus und bis auf die durchweichten Schuhe komme ich recht trocken am Auto an.
Ich freu mich auf eine heiße Dusche und frag mal an, wo wir übernachten. Schon im nächsten Ort Odernheim ist das Zeltlager aufgebaut, Bannmühle heißt der wirklich idyllische Zeltplatz ;-).
Idyllischer Zeltplatz
Bannmühle

Tja, die heiße Dusche hab ich dort nicht bekommen, aber dafür scheint die Sonne wieder. In der nahegelegenen Straußwirtschaft machen wir den Abschluß des Tages mit Wein, Bratwurst, Wurst und Käseplatten und natürlich den Stories über gelungene und auch weniger gelunge Flüge. Fliegers sind herrlich unkompliziert!

Freitag 22. Mai 2009
Tagesansage von Kai: Wir bleiben in der Gegend, fliegen erstmal in Odernheim und sehen uns bei zu viel Wind die Start- und Landeplätze in der Umgebung an. Meine Radschuhe sind noch quietschnass und weil auch die Sonne so schön scheint, beschliesse ich mitzufahren und auf der Wiese zu relaxen.
Ganz schön voll um mich
Relaxen

Erstmal geht es zum Landeplatz Odernheim, bevor es zu dem passenden Startplatz geht. Die Sone brennt schon und ich lege mich mit meiner Isomatte ins Gras, nur nachher an die Zecken denken, denn gestern hatte mich schon eine erwischt!!! Die ersten Schirme werden ausgepackt, aber der Wind ist nicht wirklich passend. Da braucht man Geduld, das ist nun wirklich nicht mein Ding. Gegen Mittag wird der Wind immer stärker und es ist unfliegbar. Also beschließt Kai weitere Start- und Landeplätze abzufahren, damit jeder weiß wo und bei welchen Bedingungen man hier in der Gegend Fliegen kann. Es dauert eine ganze Weile, bis alle Schirme zusammengepackt und im Bus verstaut sind. Wie gut, daß ich meinen Passat habe.
Es geht auf die andere Hangseite nach Boos, ein Ostwindhang, wogegen Odernheim ein Westhang ist. In Boos darf von April bis Juli nicht geflogen werden, da es dort ein Vogelschutzbgebiet gibt. Als Gleitschirnmflieger muß man schon eine Menge wissen und beachten.
Startplatz Odernheim
Startplatz Odernheim

Boos
Boos


Zum Mittagessen fahren wir nach Bad Sobernheim und dann besichtigen wir noch drei weitere Plätze, zum Teil mit kleinen Wanderungen, denn nicht überall kann man mit dem Auto vorfahren, also doch ein richtiger Sport.
Briefing
Briefing

Die weitere Planung für das Wochenende ist offen, die Idee ist weiterhin in die Vogesen zu fahren und das noch am späten Abend. Ich überlege, ob ich das wirklich mitmachen will oder lieber nach Hause fahre. Aber warum nicht mal ein bißchen Abenteuer. Ich organisiere bei meinem Vater alles für das geplante Grillen am Sonntag, sage aber bei Reni die Radtour ab. Sie freut sich riesig, dass wir dennoch am Sonntag abend grillen und informiert den Rest der Radler. Ansonsten besorge ich uns etwas zum Abendessen, denn keine Ahnung, wann wir in den Vogesen ankommen.
Wir fahren nach Odernheim um die Zelte abzubauen und danach dort an den Hang zu gehen, da der Wind weiter von Westen her kommt und es dort eigentlich gehen muß. Ich geh schnell duschen, diesmal warm, und als ich zurück komme ist der Wochenendplan wieder geändert. Die Wetteraussichten in den Vogesen sind gut, aber voraussichtlich mit zu viel Wind. Drum soll es morgen früh an die Mosel gehen. Mal sehen, ob ich heute abend wirklich nochmal in der Bannmühle schlafe ;-).
Gegen Abend gibt es gute Flugbedingungen und immer mehr aus der Gruppe gehen an den Start. Viele bleiben direkt über den Nachbarhang hängen und stehen quasi in der Luft. Von dort kann man sicherlich super die Landschaft überschauen und das tolle Licht der Abendsonne geniessen. Zum ersten Mal denke ich selbst daran mal in die Luft zu gehen. Bei solchen Bedingungen ist das sicherlich traumhaft.
Odernheim
Odernheim

Wir bleiben bis fast zum Sonnenuntergang und Kai muß noch los um Walter, der eine Außenlandung ein paar Kilometer abseits gemacht hatte, abzuholen. Wir anderen machen uns nach kurzen Erfrischungsstop am Zeltplatz auf den Weg zu einer offenen Kneipe, was kurz vor 22 Uhr in Odernheim gar nicht so einfach ist.
Beim Pizzaessen mache ich mir Gedanken, welche Radtour ich an der Mosel machen könnte, da meint Kai, daß ich doch einfach die 80 km von Nahe zur Mosel mit dem Rad zurücklegen solle. Gesagt , Getan, mein Plan für Samstag steht fest!

Samstag 23. Mai 2009
Gegen 7 Uhr wird die Mannschaft wach, rundherum hört man das Kruscheln in den Zelten. Ich werf mich in die Radklamotten und pack meine Sachen ins Auto. Bei Wolken-Michel (woher hat er nur diesen Namen?!) gibt es einen einen schnellen Kaffee und um 8:30 machen sich alle auf den Weg und ich steige auf mein Rad. Erstmal fahre ich zum Bäcker um die Ecke und bei Kaffee und Nußschnecke studiere ich die Karte. Die Strecke ist eindeutig, aber zur Sicherheit mache ich mir ein paar Wegpunkte auf's Garmin.
Frühstück
Frühstück


Nun geht es los Richtung Bad Sobernheim. Nach ein paar Kilometern gibt es allerdings schon wieder eine kleine Streckenänderung, ich werde noch zur Navigationsheldin ;-).
Nahe
Nahe

Gemütlich fahre ich die Nahe entlang bis ich in Kirn die Nahe Richtung Hunsrück verlasse. Hier telefoniere ich kurz mit meinem Vater, der seinen Auftrag erledigt hat. Juhu, die Grillfeier kann starten. Nun geht es langsam bergan bis Bundenbach, wo ich ein kleines Päuschen mache.
Bundenbach
Budenbach

Irgendwie hat das Fahren gar nicht angestrengt denke ich, allerdings nicht verwunderlich, denn wir haben Ostwind :-). Über Rhaunen, und Hirschfeld fahre ich zum höchsten Punkt der Tour nach Irmenach. Ab da geht es mit Tempo runter nach Traben-Trabach an der Mosel. Nach den einsamen Sträßchen an der Nahe ist das Leben an der Mosel fast ein Schock. Hier ist es doch viel touritischer! Die letzten Kilometer nach Zeltingen-Rachtig nehme ich den Radweg und komme wegen der vielen Ausflügler nur langsam voran. Ich rufe Wolfgang an und wir treffen uns am Kloster Machern, wo er ist gerade auf der benachbarten Landewiese gelandet war. Wolken-Michel, Basti, Klaus und Ludwig lungern auch dort rum und wundern sich, daß ich schon da bin, schließlich müssen das doch 80 km gewesen wein! Ich frage nur zurück: "Na, welche Windrichtung haben wir ?" ;-)
Traben-Trabach
Traben-Trabach

Nach einer kleinen Mittagspause geht es mit dem Bus zum Startplatz. Dort schlucke ich einen Moment, denn er ist relativ steil und der Blick auf die Mosel im ersten Moment erschreckend. Hier kann man starten??? Ich mache es mir gemütlich und es gibt jede Menge zu sehen. Starten kann man hier wirklich und Thermik ist auch da. So vergeht der Nachmittag mit vielen Starts und einem grandiosen Ausblick.
Zeltingen
Zeltingen

Kloster Machern
Kloster Machern

Wolfgang
Wolfgang

Am Abend zelten wir auf einemm Campingplatz auf der anderen Moselseite mit heißer Dusche und anschließendem Essen beim Thai. Ich habe richtig Gefallen an dem etwas chaotischen Haufen um mich rum und bin schon etwas traurig, daß ich morgen mittag nach Hause fahren muß.
Zelting in Zeltingen
Zelting in Zeltingen

Sonntag 24. Mai 2009
Heute stehen wir alle etwas später auf, denn wir bleiben in der Gegend, allerdings an anderen Startplätzen, denn der Wind hat auf West gedreht. Auch Kai treibt niemanden an und geht mit Susanne zum Bäcker Frühstücken. Wir folgen und auch Ludwig gesellt sich zu uns. Natürlich drehen sich die Gespräche, wie schon das ganze Wochenende fast ausschließlich um das Gleitschirmfliegen. Mittlerweile kann ich sogar manchmal mitreden, auch wenn ich (noch) nicht in der Luft war.
Der erste Startplatz liegt nur wenige Kilometer moselaufwärts und ich begleite die Mannschaft dorthin. Ich schau mir die Starts an und Michel meint (mal wieder): "Mach doch einen Schnupperkurs, dann siehst Du, ob Du nicht selbst Fliegen magst." So langsam denke ich selbst daran...
Startplatz Graach
Startplatz Graach

Leider vergeht die Zeit wie im Flug (in der Gesellschaft kein Wunder) und gegen
12 Uhr mache ich mich auf den Heimweg. Wolfgang bleibt natürlich noch, Ludwig nimmt ihn mit nach Hause. Nach Auspacken und Kater begrüßen mach ich mich an die Grillvorbereitungen und gegen 16 Uhr meldet sich Reni aus Erbach. Eine gute Stunde später sind die hungrigen und durstigen Radler da und wir machen uns daran den Grill anzuheizen und von den Wochenenderlebnissen zu erzählen. Auch Heike kommt noch vorbei und so ist die Sardiniengruppe fast vollständig beisammen.
Grillen in Eberstadt
Grillen in Eberstadt

Findus
Findus ist auch dabei

Kurz nachdem die Radler sich Richtung Frankfurt aufgemacht hatten, ist Wolfgang da und wir quatschen noch lange über das chaotische, ungeplante, flexible, superschöne und erfolgreiche Wochenende.